Nationalspieler hoffen auf Ballacks schnelle Genesung
Mit Ballack noch besser spielen

Auch wenn sich die deutschen Spieler nach dem 4:2 gegen Costa Rica durchaus selbstkritisch zeigten, sind sie optimistisch, mit Michael Ballack "unser Spiel nochmal zu verbessern", wie Miroslav Klose meinte.

Zeit zu feiern hatten die deutschen Nationalspieler nicht - dafür haben die Auswahl-Akteure auch noch zu viel vor bei der WM im eigenen Land. Nach dem gelungen Einstand gegen Costa Rica gab es dem Sieg angemessen lediglich einen Mitternachtssnack und einen Schlummertrunk in der Hotel-Bar. Schon nach der Rückkehr der Mannschaft von München nach Berlin richtete sich der Blick nach vorn. Die Probleme in der Abwehr und vor allem der Fitnesszustand von Kapitän Michael Ballack waren nach dem 4:2 (2:1) das Thema von Bundestrainer Jürgen Klinsmann vor der Partie am Mittwoch (21 Uhr/live bei ARD und Premiere) in Dortmund gegen Polen.

Ballack wird gezielt fit gemacht

Ballack soll nach dem Ärger im Vorfeld des Eröffnungsspiels um seine Muskelverhärtung in der rechten Wade beim zweiten Vorrundenspiel wieder dabei sein. "Wir freuen uns auf ihn gegen Polen. Wenn er fit ist, ist er gesetzt", sagte Klinsmann. Doch auch am Samstagvormittag fehlte der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler beim Mannschaftstraining in Berlin. Ballack absolvierte stattdessen eine individuelle Fitness- und Laufeinheit. "Er wird auf Wunsch der Mediziner wieder auf das erste Training mit Ball vorbereitet und gezielt für das Polen-Spiel fit gemacht", ließ der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verlauten.

Öffentlichen Ärger wollte Ballack nach seiner Nichtberücksichtigung aber nicht provozieren. Der Trainer habe sich eben so entschieden, "das muss ich akzeptieren", erklärte der DFB-Kapitän und richtete lieber den Blick auf Mittwoch: "Polen ist ein viel stärkerer Gegner, da können wir nicht so einfach gewinnen."

Vor allem die selbst gegen die harmlosen Costa Ricaner anfällige Defensive, in der lediglich Linksverteidiger Lahm einen ganz starken Auftritt hatte, muss sich gewaltig steigern. "Man versucht schon seit Monaten an der Abwehr zu basteln, aber das gelingt nicht so richtig", meinte "Kaiser" Franz Beckenbauer. Und selbst Klinsmann musste eingestehen, "dass wir noch ein bisschen zu üben haben. Wir arbeiten daran."

Lahm und Schneider stärken Abwehr den Rücken

Viel Zeit bleibt allerdings nicht, um die Abstimmungsprobleme in den Griff zu bekommen. Vor allem die zweimal praktizierte Abseitsfalle funktionierte nicht, weil der schwache Arne Friedrich ein Nickerchen hielt. "Es ist nicht einfach, so zu spielen, weil wir da nicht eingeübt sind", entschuldigte der Berliner sein Fehlverhalten. Paulo Wanchope (12./73.) nahm die Patzer dankend an.

"Es waren nicht nur wir Vier in der Abwehr. Es hat insgesamt nicht gestimmt", meinte Lahm. Auch Ersatz-Kapitän Bernd Schneider wollte die alleinige Schuld an den Gegentoren nicht der Viererkette zuschieben: "Wir haben es schon im Mittelfeld versäumt, den entscheidenden Pass in die Spitze zu verhindern." Der zweifache Torschütze Miroslav Klose war ebenfalls bemüht, seine Kollegen zu entlasten: "Wir müssen kompakter stehen und der Abwehr die Arbeit leichter machen."

Wichtige Bewährungsprobe gegen Polen

Gegen die Polen sieht Innenverteidiger Christoph Metzelder aber ohnehin nicht die Gefahr, "dass wir in solche Situationen kommen und in Konter laufen. Ich erwarte eine offensive polnische Mannschaft. Das ist für uns der Gradmesser." Torwart Jens Lehmann, erstmals bei einem Turnier die Nummer eins, hofft sogar darauf, "dass die Polen uns als Mannschaft mehr fordern. Es ist wichtig bei einem großen Turnier, dass eine Mannschaft Bewährungsproben erhält, die sie dann auch bestehen muss."

Die erste Bewährungsproben hat im Gegensatz zur wackligen Abwehr die deutsche Offensivabteilung schon bestanden. Gegen Polen erhofft sich der zweifache Torschütze Klose aber sogar noch eine Steigerung durch den Einsatz von Ballack: "Er hat hohe Qualitäten, um unser Spiel dann nochmal zu verbessern. Die Mannschaft sucht ihn, er ist ein Leader und er ist für uns ganz wichtig."

Der Sieg von Ecuador gegen Polen (2:0) im zweiten Spiel der Gruppe A wurde im Kreis der DFB-Auswahl durchaus wohlwollend zur Kenntnis genommen. "Das macht es einfacher, weil sich uns mehr Platz bietet", meinte Frings und versprach für die Partie in Dortmund, "dass wir uns weiter steigern und noch besseren Fußball zeigen werden". Über die Zielsetzung ließ Schneider keinen Zweifel: "Wir müssen drei Punkte einfahren."

Um den Akku bis Mittwoch wieder aufzuladen, gab Klinsmann seinen Spielern am Samstagnachmittag frei. Zuvor stand für die Akteure aus der Startformation allerdings noch Regeneration im Fitnessbereich an, der Rest musste im Amateurstadion von Hertha BSC Berlin trainieren. Neben Ballack fehlte bei der Einheit auch Torwart Timo Hildebrand (Rückenprobleme). Sebastian Kehl musste die Einheit nach einer halben Stunde wegen muskulärer Probleme abbrechen.

Entwarnung gab es am Samstag auch bei Jens Lehmann. Der 36 Jahre alte Keeper des FC Arsenal war in der Anfangsphase gegen Costa Rica umgeknickt, konnte aber trotz leichter Probleme am linken Knöchel durchspielen. Für einen Einsatz am Mittwoch würde keine Gefahr bestehen, teilte die medizinische Abteilung mit.

© SID

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