Nationalstürmer
Gomez kann nicht an Bundesliga-Form anknüpfen

Mario Gomez hat bei der Euro nicht an seine Leistungen aus der Bundesliga anknüpfen können. Nichts will dem Nationalstürmer gelingen. Nun hagelt es Kritik für den 22 Jahre alten Spieler des VfB Stuttgart.

Nationalstürmer Mario Gomez schweigt, den Fragen der Reporter geht er aus dem Weg. Nach dem Spiel gegen Österreich verschwand der 22-Jährige mit einer Trinkflasche in der Hand frustriert im Mannschaftsbus, wohl wissend, dass er beim 1:0 (0:0) der deutschen Nationalmannschaft in Wien gegen den Nachbarn erneut weit unter seinen Möglichkeiten geblieben war.

60 Minuten lang mühte sich der begehrte Angreifer des VfB Stuttgart neben Miroslav Klose im Angriff glücklos ab, dann wurde er durch seine Auswechslung fast schon erlöst. Bis dahin war Gomez wie bereits gegen Polen (Auswechslung nach 75 Minuten) und Kroatien (65) fast nichts gelungen.

Es will nichts gelingen

Bezeichnend für das momentane Tief des talentierten Stürmers war eine Szene aus der 4. Minute. Klose hatte seinem Sturmpartner den Ball maßgerecht vorgelegt. Doch Gomez brachte das Kunststück fertig, aus knapp zwei Metern das leere Tor nicht zu treffen. Noch vor wenigen Wochen hätte er eine solch "tausendprozentige Chance" (Torsten Frings) im Schlaf verwandelt.

Offenbar ist der wuchtige und hoch veranlagte Angreifer dem Druck nicht gewachsen. Bayern München hat Interesse an ihm bekundet, angeblich gibt es schon einen Vorvertrag ab 2009, möglich wäre aber auch ein Wechsel noch in diesem Sommer. Auch der FC Barcelona wird nach wie vor als Alternative gehandelt.

Vielleicht hat Gomez deshalb den Kopf nicht frei, obwohl er zuletzt immer wieder das Gegenteil behauptet hat. Mit offener Kritik halten sich im Kreis der DFB-Auswahl alle zurück. Die Aussage von Klose nach dem Kroatien-Spiel, dass einige nur ihr eigenes Ding machen würden, soll jedoch dem jungen Kollegen aus Stuttgart gegolten haben.

Löw: Gomez hat "etwas Pech" im Abschluss

Joachim Löw will von derartigen Spannungen nichts wissen. Vielmehr hat er auch nach dem Österreich-Spiel dem 13-maligen Nationalspieler (6 Tore) den Rücken gestärkt. Sicherlich setze Gomez seine "überragenden Qualitäten" nicht so ein, zudem habe er derzeit "etwas Pech" im Abschluss: "Aber wir glauben an ihn und bauen weiter auf ihn. Er kann mit einer Aktion ein Spiel entscheiden."

Nach seinen bislang misslungenen Auftritten musste sich der Deutsch-Spanier, dessen Wert vor der Europameisterschaft auf bis zu 25 Mill. Euro taxiert wurde, aber erste Häme aus Spanien gefallen lassen. "In der Bundesliga ist er tödlich, aber bei der EM fällt sein Marktwert von Tag zu Tag. Der Spanier Gomez ist nicht auf der Höhe", schrieb Marca.

Zukunft bislang ungewiss

Wie die Zukunft von Gomez, dessen Vertrag in Stuttgart bis 2012 läuft, aussieht, ist offen. Nach der EM wedre es wohl Gespräche geben, sagte sein Berater Uli Ferber. Man müsse sehen, wie es beim VfB weitergehe. Derzeit sei der Stand aber unverändert: "Mario Gomez hat einen Vertrag in Stuttgart."

© SID

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