Nationaltrainer Ecuadors
„Den Traum auf den Sieg kann uns keiner nehmen“

Der Fußballverband Ecuadors wird von einer Menschenhandel- und Korruptionskrise erschüttert. Nationaltrainer Luis Fernando Suárez glaubt dennoch an die Fähigkeit seiner Mannschaft, bei der WM in Deutschland ins Achtelfinale zu kommen - oder sogar darüber hinaus.

HB QUITO. Der Skandal werde die sportliche Leistung seiner Mannschaft bei der Weltmeisterschaft nicht schmälern, sagte der ehemalige kolumbianische Nationalspieler in Quito: "Den Traum auf den Sieg kann uns keiner nehmen." Ecuador ist Vorrundengegner der deutschen Nationalmannschaft. Das Spiel findet am 20. Juni in Berlin statt.

Die Krise um Menschenhandel und Korruption sorgt unterdessen für erheblichen Wirbel in Ecuador. Nach Teamkoordinator Vinicio Luna sitzt nun auch Mannschaftsarzt Patricio Maldonado hinter Gittern. Beide werden von der Staatsanwaltschaft des Versuchs bezichtigt, Landsleute als angebliche Mitglieder der Nationalmannschaft gegen Geld illegal in die USA einzuschleusen.

Trainer Suárez sagte dazu, ihm missfielen die Vorwürfe. Doch weder "sportlich noch emotional hat dies Auswirkungen auf die Spieler". Zwar sei der Zeitpunkt vor der WM denkbar schlecht, doch es müsse jetzt ein Kompromiss gefunden werden, um das Land "würdig zu repräsentieren". Mit der zweiten Qualifikation zu einer Fußball-WM habe Ecuador schon jetzt Geschichte geschrieben. "Vorher konnten wir uns noch nicht einziges Mal qualifizieren, und jetzt schlagen wir sogar Mannschaften wie Brasilien und Argentinien. Die Mannschaft ist besser geworden und das werden wir in Deutschland beweisen", betonte Suárez.

Die Stärke seines Teams liege im Kollektiv. Es gebe keine herausragenden Spieler, dafür aber ein großes starkes Gruppengefühl. Als Nachteil sieht er nur "die fehlende Erfahrung der Spieler mit dem europäischen Fußball, der körperlich anspruchsvoller, aber mechanischer und weniger kreativ ist, als in Südamerika". In der WM- Gruppe A will der Kolumbianer, der die ecuadorianische Auswahl seit 2004 betreut, gegen alle drei Mannschaften - neben Deutschland noch Polen und Costa Rica - gewinnen. "Bei der WM gibt es keine leichten und keine schweren Gegner, wir haben vor allen Respekt - aber alle auch vor uns."

Als stärksten deutschen Spieler schätzt er Michael Ballack ein: "Der hat das größte Talent, spielt am einfallsreichsten und gibt die kreativsten Impulse nach vorne." Die Entscheidung zu Gunsten von Jens Lehmann als Stammtorhüter sieht er gelassen - sportlich gebe es keinen Unterschied zwischen Oliver Kahn und Lehmann.

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