Neue Enthüllungen erwartet
Hoyzer will aufklären

Im größten Prozess des deutschen Fußballs seit über 30 Jahren werden vom 18. Oktober an im Berliner Landgericht neue Enthüllungen über die Manipulationsmethoden vor allem der kroatischen Wettmafia erwartet.

dpa BERLIN. Die über 6 000 Seiten Ermittlungsakten der 40-köpfigen Sonderermittlungsgruppe „Fußball“ fußen in erster Linie auf Aussagen des Kronzeugen Robert Hoyzer. Der 26 Jahre alte frühere Fußball-Schiedsrichter hat mit seinen Geständnissen nicht nur sich selbst, sondern vor allem die drei im Hauptverfahren mitangeklagten Kroaten Ante, Filip und Milan Sapina schwer belastet.

„Mein Mandant wird auch im Gerichtssaal im vollen Umfang geständig sein“, kündigte Verteidiger Thomas Helmes eine weiterhin enge Zusammenarbeit Hoyzers mit der Justiz an. Axel Kruse, der seit dem Bekanntwerden des Skandals engste Vertraute Hoyzers, der auch die ersten Interviews mit dem Berliner führte, ist überzeugt, dass im Prozess-Verlauf weitere Skandale ans Licht kommenden werden.

Hoyzer werde die „eine oder andere Bombe platzen lassen“, sagte Kruse der Zeitschrift „Super Illu“. Der Ex-Profi, der unter anderem bei Hansa Rostock, Hertha BSC, Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart spielte, hat inzwischen seine engen Kontakte zu Hoyzer auch in einem mit dem Sportjournalisten Jan Möller veröffentlichten Buch dargestellt. Die bisher aufgedeckte Tatsachen im Wettskandal sind laut Kruse nur „die Spitze des Eisberges“.

Noch wenig geständig war im Zuge der Ermittlungen Hoyzers früherer Schiedsrichterkollege Dominik Marks, der in den Vernehmungen selbst die Kontakte zu Ante Sapina, dem „Navigator“ der Korruptionsaffäre, bestritt. Alle Angaben, die Hoyzer den Ermittlern im Prozessvorfeld offerierte, streitet der Stendaler gleichfalls ab. Vor Gericht wird sich nun herausstellen müssen, ob es stimmt, dass Marks 6 000 Euro für das manipulierte Regionalligaspiel der Hertha-Amateure gegen Bielefelds Amateure am 11. August erhalten hat. Auch wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, 30 000 Euro für die erfüllte Abmachung bekommen zu haben, dass Karlsruhe in der Zweitliga-Partie gegen Duisburg am 3. Dezember 2004 (3:0) zur Halbzeit und zum Schluss mit mindestens zwei Toren in Führung liegt. Allein für dieses Spiel kassierte Sapina bei Oddset 870 115 Euro.

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