„Neue Fifa errichten“
Blatter hält sich weiter für Mann der Zukunft

Die Führungsspitze und der größte Kontinentalverband im Zwist und die WM-Vergabe 2018 und 2022 unter der Lupe eines Ex-FBI-Mannes. Zum WM-Start gibt die Fifa kein gutes Bild ab. Präsident Blatter sieht das ganz anders.
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Sao PauloMachtmensch, Tyrann oder Heilsbringer des Fußballs - die Lehre aus dem Kongress von São Paulo ist auf jeden Fall einfach. Das System Blatter funktioniert wie eh und je. Mit einer Demonstration von Kalkül und Durchsetzungsvermögen hat Fifa-Präsident Joseph Blatter am Vorabend des WM-Anpfiffs wieder einmal gezeigt, wie der Weltverband nach seiner Pfeife tanzt und dabei auch nicht den endgültigen Bruch mit der wichtigsten Fußball-Konföderation gescheut.

Während Europas Vertreter grummelnd als erste WM-Verlierer von dannen zogen, stilisierte sich der 78-Jährige unter dem Applaus der anderen Konföderationsmitglieder zum wiederholten Male in seiner langen Funktionärskarriere zum Mann der Zukunft.

„Kongress, Du entscheidest, wer diese großartige Institution führen soll, aber ich kann sagen, ich bin bereit, dabei zu sein“, sagte Blatter mächtig pathetisch in seiner cleveren Schlussansprache. Mit unglaublichem Geschick platzierte Blatter seine erneute Kandidatur für den Wahl-Kongress 2015 und stellte seine Gegner aus Europa nur einen Tag nach deren per Verbal-Attacke vorgetragener Rücktrittsforderung schlichtweg ins Abseits.

„Meine Mission ist noch nicht beendet, das sage ich Ihnen. Wir werden die neue Fifa errichten“, versprach Blatter den Delegierten aus 209 Fifa-Ländern in der ihm vorbehaltenen Abschlussrede. Die Kontrahenten hatten laut Protokoll keine Chance mehr zu antworten.

Der Wahlkampf begann für Blatter schon vor der Ankündigung zur Kandidatur, der allerdings auch noch ein formaler Akt der neuen internen Präsidenten-Prüfung folgen muss. Den Mitgliedsverbänden versprach er nun auch vor Publikum neue Millionenzahlungen aus dem prall gefüllten WM-Geldtopf von 200 Millionen Dollar.

Und dann verkündete er noch, dass er plötzlich den Video-Beweis im Fußball nicht mehr ausschließt. „Warum geben wir den Trainern nicht die Möglichkeit, zwei Entscheidungen anzuzweifeln, wenn sie anderer Meinung sind?“, fragte Blatter.

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Uefa-Präsident kann sich nicht mit der neuen Torlinientechnik anfreunden

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