Neue Offenheit im Fußball: Hitzlsperger outet sich als Homosexueller

Neue Offenheit im FußballHitzlsperger outet sich als Homosexueller

Thomas Hitzlsperger will die Diskussion über Homosexualität im Profisport voranbringen. Deshalb outet er sich offiziell als erster deutscher Profi-Fußballer. Die Reaktionen auf das Coming-Out sind beinahe einstimmig.

„Ich habe mich nie dafür geschämt, dass ich nun mal so bin”, sagt Ex-Fußballprofi Thomas Hitzlsperger in einem Interview, das am Donnerstag erscheint. Nach Zeit-Angaben zog sich Hitzlsperger vor vier Monaten aus dem öffentlichen Leben zurück. Er melde sich noch einmal zu Wort, „weil ich die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern voranbringen möchte”, heißt es auf Zeit Online. Er habe das Gefühl, dass nach dem Ende seiner Karriere ein guter Moment dafür gekommen sei.

Bislang wurde Homosexualität im deutschen Profi-Fußball totgeschwiegen – schwul zu sein war ein Tabu. Dazu trugen auch homophobische Aktionen von vereinzelten Fangruppen bei. Kritiker verweisen auch auf veraltete Strukturen im DFB, die den „Männersport“ hochhalten und es schwulen Profis schwer machen, öffentlich zu ihrer Neigung zu stehen. Mit dem ersten Bekenntnis eines erfolgreichen Fußballprofis könnte sich das nun ändern.

Der Grünen-Politiker Volker Beck hat Hitzlsperger für sein Outing gelobt. „Ich habe großen Respekt“, sagte Beck, der selbst einer der ersten bekennenden Schwulen im Bundestag war, am Mittwoch in Berlin. Im männlichen Profi-Fußball sei Homosexualität leider immer noch ein Tabu. „Ich hoffe, dass Hitzlspergers mutiger Schritt dazu beiträgt, dass dieses Tabu endlich fällt. Es ist jetzt Aufgabe des DFB, aktiven Spielern Mut zu machen!“ Schade sei allerdings, dass das Outing erst nach Beendigung von Hitzlspergers aktiver Karriere möglich gewesen sei.

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Hitzlsperger outet sich als Homosexueller

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„Dieser Mut verdient größten Respekt“

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