Neue sportliche Reputation
Eintracht meldet sich in Europa zurück

dpa KOPENHAGEN. Als die Spieler von Eintracht Frankfurt nach dem Abpfiff immer noch von den 2 500 mitgereisten Fans für ihre Rückmeldung in Europa gefeiert wurden, hatte Trainer Friedhelm Funkel den überraschenden Vorstoß in die Gruppenphase des Uefa-Pokals bereits abgehakt.

„Das ist ein schönes Zubrot für uns, aber das Wichtigste bleibt die Bundesliga. Wir müssen jetzt die Köpfe schnell frei bekommen für das Spiel gegen den Hamburger SV. Da wollen wir mit der Unterstützung unserer Zuschauer punkten“, erteilte Funkel jeglichen Feierlichkeiten nach dem souveränen 2:2 (1:1) im Erstrunden-Rückspiel bei Bröndby Kopenhagen eine Absage.

Die einst als „launische Diva vom Main“ titulierte Eintracht ist dank seriöser Arbeit in den bisherigen acht Saison-Pflichtspielen ungeschlagen geblieben und urplötzlich zu einem Hoffnungsträger des deutschen Fußballs auf der internationalen Bühne geworden. Während die etablierten Clubs Hertha BSC und Schalke 04 die Segel streichen mussten, dürfen die Hessen verdientermaßen der Auslosung der lukrativen Gruppenphase in Nyon entgegen fiebern. „Dass die hoch gewetteten deutschen Teams es nicht geschafft haben, tut mir leid. Denn jeder Bundesligist im Europacup ist wichtig. Umso schöner ist es, dass wir dabei sind“, erklärte Funkel.

Die Patzer der Bundesliga-Konkurrenz bescheren den Frankfurtern, für die der überragende Manndecker Aleksandar Vasoski (6./52.) beide Tore erzielte, neben der sportlichen Reputation auch einen wirtschaftlichen Gewinn. Denn das Geld aus dem Verteilertopf der Uefa muss nur mit Bayer Leverkusen geteilt werden. Zudem winken höhere TV- Einnahmen. „Das bedeutet für uns einen Vorteil. Wie groß der ist, weiß ich allerdings noch nicht“, stellte Vorstandschef Heribert Bruchhagen zufrieden fest. Mit mindestens einer Million Euro zusätzlich kalkulieren die Hessen, die letztmals in der Saison 1994/95 international vertreten waren. Bei einer attraktiven Auslosung kann diese Summe leicht verdoppelt werden.

Für Funkel ist dies der Lohn für eine „kämpferisch sehr starke Leistung über 180 Minuten. Dass wir so souverän in die Gruppenphase eingezogen sind, ist eine große Überraschung. Denn Bröndby war Favorit“, bilanzierte der Eintracht-Coach. Er sieht seine Mannschaft auf einem guten Weg, aber längst noch nicht am Ende der Entwicklung. „Wir sind Realisten. Unsere Ansprüche wachsen jetzt nicht. Es wird auch wieder Rückschläge geben“, warnte Funkel vor zu großer Euphorie.

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