Neue Unruhe
Mourinho will Real Madrid angeblich verlassen

Der Begriff „FC Hollywood“ könnte dieser Tage auch auf Real Madrid zutreffen. In der Mannschaft gärt es, Trainer José Mourinho will den Verein offenbar zum Saisonende verlassen. Dabei wäre Teamgeist gerade jetzt gefragt.
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MadridReal Madrid steht souverän an der Spitze der spanischen Fußball-Liga, dennoch gärt es bei den „Königlichen“ hinter den Kulissen. Vor der Neuauflage des Clásico an diesem Mittwoch beim FC Barcelona soll Trainer José Mourinho nach dem Bericht eines Radiosenders im privaten Kreis angekündigt haben, den Verein zum Saisonende zu verlassen. Der Coach wollte die Information nicht dementieren. Auf einer Pressekonferenz ließ er entsprechende Fragen am Dienstag unbeantwortet.

„Real steht am Rande eines Nervenzusammenbruchs“, schrieb das französische Sportblatt „L'Équipe“ kürzlich auf der Titelseite. „Das Pokalrückspiel am Mittwoch bei Barça kann für die Zukunft des Trainers entscheidend sein.“ Das Hinspiel im Viertelfinale der Copa del Rey (Königspokal) hatte Real 1:2 verloren. Es hatte zur Folge, dass der bis dahin unumstrittene Mourinho von den Madrilenen massiv infrage gestellt wurde.

Die Sportzeitung „Marca“ enthüllte, dass der Coach sich im Training einen scharfen Wortwechsel mit den Weltmeistern Iker Casillas und Sergio Ramos lieferte. Das Konkurrenzblatt „As“ fühlte sich beim - angeblich - angekündigten Weggang des Trainers an das Kentern des Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ erinnert: „Mourinho spielt mit dem Gedanken, es dem Kapitän Francesco Schettino nachzutun und von Bord zu springen.“

Vor einem Jahr hatte der Portugiese schon einmal mit seinem Weggang gedroht. Damals nutzte er die Drohung dazu durchzusetzen, dass der Club sich von Manager Jorge Valdano trennte, den der Trainer als einen Widersacher empfand. „Wen soll Real nach dem Willen des Trainers nun rauswerfen?“, fragte „As“. „Etwa die Nationalspieler Casillas und Sergio Ramos oder die Tausenden von Vereinsmitgliedern, die den Coach im Bernabéu-Stadion auspfiffen?“

Die Fans, die bisher bedingungslos auf der Seite des Trainers gestanden hatten, nehmen Mourinho übel, dass er die Elf beim 1:2 gegen Barça einen „Angsthasen-Fußball“ spielen ließ. Unter den Profis soll der Portugiese schon seit längerem umstritten sein. Die spanischen Spieler um Casillas und Sergio Ramos hegen nach Medienberichten den Argwohn, dass der Trainer seine Landsleute Cristiano Ronaldo, Pepe, Ricardo Carvalho und Fábio Coentrão favorisiert.

Vor dem „Clásico“ steht Mourinho vor einem Dilemma. Die Fans erwarten, dass Real bedingungslos auf Sieg spielt. Der Trainer scheint aber erneut zu einer Defensivtaktik zu neigen, weil er eine Demütigung wie beim 0:5 in seinem ersten Klassiker fürchtet. In diesem Fall, so erwartet die Zeitung „El País“, droht bei Real eine Rebellion: „Die Spieler werden einer solchen Marschrichtung nicht noch einmal Folge leisten.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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