Neuer Aufsichtsrat
HSV-Boss Bernd Hoffmann muss gehen

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HamburgPräsident Hoffmann vom Fußball-Bundesligisten Hamburger SV hat weiter keine Rückendeckung.

Bei einer Abstimmung des Aufsichtsrats ist der HSV-Chef Bernd Hoffmann durchgefallen. Eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit dem Vorstandsvorsitzenden scheiterte am Sonntag in dem zwölfköpfigen Gremium.

Der Aufsichtsrat stimmte einer Verlängerung des Ende 2011 auslaufenden Kontrakts des 48-Jährigen um ein Jahr nicht mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit zu. Sieben Mitglieder votierten dafür, fünf dagegen - somit fehlte eine Stimme.

„Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass Bernd Hoffmann und Katja Kraus ihrer Arbeit für den HSV weiter wie bisher professionell nachkommen werden“, erklärte Otto Rieckhoff, der Vorsitzende des Aufsichtsrates nach der Abstimmung. Auch über Vorstandsmitglied Katja Kraus war abgestimmt worden. Ursprünglich sollten die Verträge um drei Jahre verlängert werden, doch der Aufsichtsrat hatte sich nicht einigen können. Nun scheiterte sogar der Kompromiss. Der 48-jährige Hoffmann ist seit acht Jahren Vorstandsvorsitzender des HSV.

Der HSV hat heute gegen Mainz 05 gespielt. Auch ein Wembley-Tor von Marcell Jansen hat Mainz 05 den Karneval nicht verdorben. Ein überragender André Schürrle sorgte beim 4:2 (0:1) beim Hamburger SV für einen weiteren „Big Point“ der auswärtsstarken Rheinhessen und riss die Hanseaten aus allen Europapokal-Träumen. Nach Jansens Aufreger-Tor trafen am Sonntag Schürrle (56./82. Minute) mit einem Doppelpack, Gojko Kacar (61.) per Eigentor und Florian Heller (88.) für Mainz, HSV-Stürmer Mladen Petric (59.) „richtig“.

Zuvor war vor 49 462 Zuschauern Jansens Lattenschuss in der 17. Minute klar vor der Torlinie aufgekommen, doch Schiedsrichter Babak Rafati entschied nach einem Signal seines Linienrichters Christoph Bornhorst auf Treffer. Erst am Samstag hatte der Fußball-Weltverband FIFA bekanntgegeben die Entscheidung zur Einführung von Torlinientechnologien auf März 2012 zu verschieben. „Ich bin ein absoluter Verfechter, dass die Torlinie elektronisch überwacht wird“, sagte Mainz-Trainer Thomas Tuchel und war sich mit seinem HSV-Kollegen Armin Veh einig. „Es gibt keinen Trainer mehr, der nicht dafür ist. Wir fordern das schon so lange, aber es passiert nichts“, sagte Veh, der den Mainzer Sieg „verdient“ nannte.

Mit 43 Punkten liegt Mainz nun als Tabellenvierter der Bundesliga vor Rekordmeister FC Bayern München (42), der am kommenden Wochenende den Siebten HSV (37) empfängt. „Wenn wir da am Ende stehen, war es eine große Saison“, sagte Schürrle nach seinen beiden Toren und einer Vorlage. „Der Trainer hat immer an uns geglaubt. Am Ende war der Sieg verdient.“ Am Rosenmontag will er nun mit der Mannschaft „losziehen“. Torschütze Petric war nach dem Spiel bedient: „Ärgerlich, dass wir den Anschluss nach oben nicht schaffen. Es war viel Pech beim Ausgleich und wir wollen zu schnell zu viel.“

Die Gäste begannen selbstbewusst und stellten mit ihren Kontern die HSV-Defensive vor Probleme. Schürrle hatte nach fünf Minuten die erste Chance. Hamburg hatte Probleme im Spielaufbau und brachte mit vielen Fehlpässen nichts zustande. Wie aus dem nichts fiel dann das 1:0. Jansen schoss den Ball an die Unterkante der Latte vor die Linie - doch alle Mainzer Proteste halfen nichts. Nach diesem Schock kämpfte sich Mainz ins Spiel zurück. Andreas Ivanschitz prüfte per Hacke Rost (26.), Joris Mathijsen warf sich in Nico Bungerts Nachschuss. Der Niederländer hatte kurz darauf Glück, als sein hartes Einsteigen gegen Risse „nur“ mit Gelb geahndet wurde. Rost rettete erneut gegen Ivanschitz und hielt die Hamburger „Führung“ fest.

Die Hanseaten hatten keine Linie, Mainz hingegen einen klaren Plan. Veh reagierte und brachte nach der Pause Piotr Trochowski und Ben-Hatira. Mit dem neuen Personal wachte der HSV auf und spielte endlich Fußball. Zwar setzte sich Schürrle gegen Dennis Aogo durch und traf zum 1:1, doch davon unbeeindruckt brachte Petric mit seinem achten Saisontreffer Hamburg wieder in Führung. Im nun aufregenden Schlagabtausch fälschte Kacar keine 120 Sekunden später Risses Hereingabe ins eigene Netz ab. Schürrle und der eingewechselte Heller sorgten dann für den verdienten Mainzer Sieg.

dpa

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