Neuer wird DFB-Kapitän
Der Spielführer als Randerscheinung

Joachim Löw hat beiläufig bekanntgegeben, dass Manuel Neuer jetzt Kapitän der Fußballnationalmannschaft ist. Der Fokus des Trainers liegt auf der WM-Quali – was viel über das Verständnis von Führungsspielern sagt.

DüsseldorfJoachim Löw hatte nach dem emotionalen Servus für Bastian Schweinsteiger keine Zeit mehr für Sentimentalitäten. Seinen neuen Kapitän präsentierte der Bundestrainer am Donnerstag einfach schmucklos per Pressemitteilung. „Für mich ist Manuel Neuer der logische Nachfolger von Bastian Schweinsteiger. Er bringt alles mit, was ich mir von einem Spielführer wünsche. Seine sportlichen Leistungen sind überragend, Manuel ist immer für die Mannschaft da, er ist ein Teamplayer und ein absolutes Vorbild“, verkündete Löw den Vollzug der für ihn einfachen, aber nicht so maßgeblichen Personalie.

Den Fokus hatte der DFB-Chefcoach nach dem 2:0 im Test gegen Finnland zunächst auf die große Aufgabe WM-Qualifikation gerichtet. Das Ziel der Fußball-Nationalmannschaft ist die historische Titelverteidigung 2018 in Moskau. Der erste unbequeme Gegner wartet schon am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) in Oslo. „Norwegen ist gefährlich. Wir spielen so ein bisschen aus der kalten Hose heraus, weil die meisten erst einen Wettkampf haben, einen Bundesliga-Spieltag. Da ist es nicht immer ganz so einfach“, warnte Löw vor dem Auftaktspiel in der Gruppe C.

Dann wird Neuer erstmals als offizieller Kapitän die DFB-Auswahl mit der schwarz-rot-goldenen Binde anführen. „Für mich ist es eine große Ehre. Es macht mich stolz, Kapitän der Mannschaft zu sein. Wir wissen aber alle, dass wir auf dem Platz mehrere Führungsspieler benötigen, wenn wir Erfolg haben wollen. Die entscheidenden Dinge werden ohnehin im Mannschaftsrat besprochen und gemeinsam beschlossen“, sagte Neuer, ganz im Sinne des Löw'schen Führungsstils der flachen Hierarchien.

Nach der tränenreichen Basti-Party gegen die Finnen im Borussia-Park und einer kurzen Nacht musste Löw ohnehin erst einmal sein Personal neu sortieren. Der Plan, die hoch belasteten und gegen Finnland munter aufspielenden Silber-Jungs von Rio - Max Meyer, Niklas Süle und Julian Brandt - alle zur Erholung nach Hause zu schicken, war hinfällig geworden.

Nach dem Ausfall von Kevin Volland, der schon an seiner gebrochenen Mittelhand operiert wurde, beließ Löw die Youngster Meyer und Brandt im arg geschrumpften Aufgebot. Nur Defensivmann Süle reiste wie geplant zurück nach Hoffenheim. Da auch Emre Can (Knöchel) definitiv ausfällt und Julian Draxler wegen Grippe geschwächt ist, kann Löw personell kein Risiko mehr eingehen. Er hat nur noch 16 Feldspieler und drei Torhüter zur Verfügung.

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Immerhin beim Nachwuchs läuft es

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