„Neues Kapitel“
Ballack setzt seiner aktiven Karriere ein Ende

Ganze 17 Jahre blieb Michael Ballack dem Profi-Fußball treu. Nun beendete er seine aktive Karriere – ohne den ganz großen internationalen Titel geholt zu haben. Jetzt freut Ballack sich auf ein neues Kapitel.
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BerlinDer „Capitano“ ist endgültig Geschichte: Ohne großes Aufsehen und nicht ganz unerwartet hat Michael Ballack seine aktive Karriere beendet. „Mit 36 Jahren blicke ich auf eine lange und wunderbare Zeit im Profifußball zurück, von der ich als Kind nie zu träumen gewagt hätte“, erklärte der langjährige Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Dienstag. „Auf dem Platz strahlte er immer eine große Dominanz aus, für den Erfolg hat er alles getan“, würdigte Bundestrainer Joachim Löw seinen Ex-Kapitän und zeigte sich erneut versöhnlich. Das Verhältnis der beiden galt mit dem unwürdigen Auswahl-Ende Ballacks als zerrüttet.

Der 4:1-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg am 5. Mai dieses Jahres mit Bayer Leverkusen war das letzte seiner 267 Bundesliga-Spiele. Still hat sich der einstige Chef nun verabschiedet - mit einer Erklärung über seinen Anwalt. „Es war ein Privileg, mit erstklassigen Trainern und fantastischen Mitspielern zusammenzuarbeiten. Sicher wird es mir fehlen, nicht mehr vor 80 000 Fans zu spielen oder ein Tor zu schießen“, sagte der Sachse zu seinen 17 turbulenten Profi-Jahren. Einen schleichenden Abschied in der Zweitklassigkeit, in den USA, Katar oder China, wollte er nicht mehr.

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Gerüchte über die Fortsetzung seiner illustren Karriere im Ausland gegeben. Zuletzt war ein Wechsel nach Australien im Gespräch. „Die letzten Monate ohne aktiven Fußball haben mir aber gezeigt, dass die Zeit reif ist aufzuhören“, sagte Ballack. „Ich freue mich jetzt auf ein neues Kapitel in meinem Leben und danke meiner Familie und all den großartigen Menschen, die mich gefördert, gefordert, begleitet und unterstützt haben. Sie alle haben großen Anteil an meinem Erfolg.“

Für DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bleibt Ballack ein „außergewöhnlicher Spieler, der für den DFB und den Stellenwert des gesamten deutschen Fußballs enorm viel geleistet hat“. Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff, mit dem Ballack noch zusammen in der DFB-Elf gespielt hatte, sieht für den ehrgeizigen und oft auch unbequemen Fußballer nun „auch neue Chancen“.

Über die Stationen Chemnitzer FC, den 1. FC Kaiserslautern und Bayer Leverkusen stieg Ballack zu einem Superstar des deutschen Fußballs auf. Nach seiner Meisterschaft mit Kaiserslautern wurde er während seiner Zeit bei Bayern München noch dreimal deutscher Meister und dreimal Pokalsieger. Mit dem FC Chelsea gewann er zudem den englischen Titel, verpasste aber im Champions League-Finale 2008 erneut den ganz großen Wurf. 2002 hatte er bereits mit Leverkusen ein Endspiel in der Königsklasse, damals gegen Real Madrid, verloren. Seine Rückkehr 2010 in die Bundesliga zu Leverkusen wurde nach zahlreichen Verletzungsproblemen zu einem großen Missverständnis.

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  • Nicht schlimm. Einer der am meist überschätzen Spieler. Aber dafür mit großem Ego. Bye Ballack. Und bitte verschone uns als "Experte" bei den Öffentlich-Rechtlichen.

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