Neues Leistungszentrum
„Wir werden hier den DFB der Zukunft bauen“

Die Otto-Fleck-Schneise ist bald Geschichte: Der DFB zieht um und baut auf der Pferderennbahn in Frankfurt ein neues Leistungszentrum. Kosten: mehr als 50 Millionen Euro. Für den DFB ist das Projekt wegweisend.
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FrankfurtDer Deutsche Fußball-Bund wird sein neues Leistungszentrum in Frankfurt am Main bauen. Geplanter Baubeginn sei Anfang 2017, die Fertigstellung für Ende 2018 vorgesehen, teilte der DFB am Freitag nach seiner Präsidiumssitzung mit. „Wir werden hier den DFB der Zukunft bauen“, sagte Präsident Wolfgang Niersbach. „In der DFB-Akademie soll alles unter einem Dach gebündelt werden, von der Eliteförderung bis hin zum Service für unsere Regional- und Landesverbände.“

Die Stadt Frankfurt und der Verband hatten sich zuvor auf das Gelände der derzeitigen Pferderennbahn in unmittelbarer Nähe der aktuellen DFB-Zentrale und der Commerzbank-Arena geeinigt. Kosten soll das zentrale Leistungszentrum rund 50 Millionen Euro. Da der DFB aber auch mit seiner gesamten Zentrale auf das rund 15 Hektar große Areal umziehen will, kommen nach Verbandsangaben noch einmal rund zehn Millionen Euro für diesen Umzug hinzu.

„Durch diesen optimalen Standort hat sich für uns die einmalige Chance geboten, den DFB für die kommenden Jahrzehnte neu und innovativ aufzustellen“, meinte Niersbach. „Durch dieses Jahrhundertprojekt ergeben sich Chancen für die Entwicklung des deutschen Fußballs, die wir mit aller Entschlossenheit und Überzeugung nutzen wollen.“

Der Entscheidung war eine intensive Projektprüfung vorausgegangen. Am 15. Januar 2013 hatte das DFB-Präsidium den Beschluss gefasst, den Bau einer DFB-Akademie zu prüfen. Mit der Projektleitung war Generalsekretär Helmut Sandrock beauftragt worden. Aufbauend auf dem im Oktober 2013 gefassten Tendenzbeschluss, im Falle einer Realisierung den Standort Frankfurt am Main zu präferieren, wurden neben der Entwicklung des Projektes unter Einbeziehung interner und externer Experten die Gespräche mit der Stadt über mögliche Standorte geführt.

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, der die Diskussion um ein zentrales Leistungszentrum bereits 2009 neu angestoßen und forciert hatte, sieht die künftige DFB-Akademie als wichtigen Schritt in die Zukunft: „Unser Anspruch muss es sein, uns ständig weiterzuentwickeln. Wir bekommen jetzt nicht nur ein Zentrum für die Nationalmannschaften, sondern eine Heimat für den gesamten Fußball. Vom dem, was in der DFB-Akademie entwickelt wird, werden alle profitieren.“

Im Interview mit Handelsblatt Online Anfang März hatte Bierhoff bereits erläutert, warum der Bau des Leistungszentrum so wichtig ist: „Mein Traum ist ein Zentrum, das alle Kompetenzen im Fußball bündelt – Trainingslehre genauso wie Weiterbildungen im sportmedizinischen und sportpsychologischen Bereich. Dann könnte auch die Trainerausbildung, die Hennes-Weisweiler-Akademie, hierhin verlegt werden. Ein solches Zentrum ließe sich auch als Marke nutzen. Manchester United hat es vorgemacht und die Namensrechte an seinem Trainingscamp vergeben.“ Der Klub aus der britischen Premier League hatte im April 2013 einen Achtjahresvertrag mit einem US-Versicherungsunternehmen abgeschlossen, der ihm bis zu 230 Millionen Euro einbringen soll.

Aber auch aus sportlichen Gründen hält Bierhoff das Zentrum für unverzichtbar: „Wir dürfen uns im Erfolg nicht zurücklehnen. Jetzt schweben wir alle auf einer Welle: Es läuft ja alles super. Es kommt mir ein bisschen vor wie 1990, als Franz Beckenbauer gesagt hat: Jetzt sind wir auf Jahre unschlagbar“, hatte Bierhoff erklärt. „Und dann sind wir 2000 aufgewacht und mussten viel Geld in die Hand nehmen, um den deutschen Fußball zu retten. Ich will nicht, dass es in zehn Jahren das nächste böse Erwachen gibt.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Marc Renner  Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Marc Renner
Handelsblatt / Chef vom Dienst

Kommentare zu " Neues Leistungszentrum: „Wir werden hier den DFB der Zukunft bauen“"

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  • Danke für den Hinweis. Haben wir umgehend korrigiert! (mr)

  • Aber auCH sportlichen...

    Himmelarschundzwirn! Jetzt muss man schon beim Kopieren aus dem HB aufpassen, dass keine Fehler drin sind...

  • Aber auch sportlichen Gründen hält Bierhoff das Zentrum für unverzichtbar: „Wir dürfen uns im Erfolg nicht zurücklehnen. Jetzt schweben wir alle auf einer Welle: Es läuft ja alles super."

    Was läuft denn alles super, Herr Bierhoff? Wann hat die Herrenmannschaft des DFB den letzten Titel geholt?

    Wird langsam wieder mal Zeit!

    Und für was braucht der DFB ein Leistungszentrum? Davon gibt es in den Vereinen genug mit hinreichend Expertise.

    Ich glaube eher, da brauchen ein paar Sesselfurzer einen neuen Prestigebau mit schönen Büros für's Ego!

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