Neun Festnahmen
Wettskandal erreicht Italien

Ein Wett- und Manipulationsskandal erschüttert jetzt auch Italien. Der Präsident des italienischen Drittligisten Potenza Calcio, Giuseppe Postiglione, sowie acht weitere Funktionäre des Vereins und Mitglieder krimineller Organisationen sind am Montag festgenommen worden.

Ermittlungen laufen gegen insgesamt 20 Personen. Sie werden beschuldigt, Fußballspiele manipuliert und ein illegales Wettsystem aufgebaut zu haben. Erst 2006 war das Land des Weltmeisters in den Sog eines Manipulationsskandals geraten.

Ermittlungen laufen bereits Monate

Nach Angaben der Polizei soll Postiglione auf das Resultat mehrerer Spiele gewettet haben und dabei 86 000 Euro kassiert haben. Die Ermittlungen betreffen ein Serie B-Match in der Saison 2007/2 008 sowie sieben Spiele der 3. Liga in der Saison 2008/2 009. Die Ermittlungen laufen bereits seit mehreren Monaten. Zu den Festgenommenen zählt Antonio Possidente, Mitglied eines bekannten Mafia-Clans, der illegale Geschäfte in der süditalienischen Stadt Potenza kontrollierte.

Potenzas Präsident Postiglione hatte im Juni 2006 im Alter von 24 Jahren die Führung des Drittligisten übernommen. Er war somit zum jüngsten Präsidenten eines italienischen Fußballvereins aufgerückt. Er besitzt einige lokale TV- und Radiosender. Die Ermittlungen in Potenza wecken in Italien Erinnerungen an den großen Manipulationsskandal, der im Sommer 2006 aufgeflogen war. Dutzende von Schiedsrichtern und Klubmanagern gerieten damals in den Strudel der Affäre. Als Drahtzieher galt der Ex-Sportdirektor von Rekordmeister Juventus Turin, Luciano Moggi, der zu einer fünfjährigen Berufssperre verurteilt wurde. Moggi, der mit Hilfe befreundeter Schiedsrichter mehrere Spiele zugunsten der "alten Dame" manipuliert haben soll, steht noch in Neapel noch vor Gericht. Juventus Turin musste in die Serie B zwangsabsteigen, ist aber mittlerweile wieder in die Serie A zurückgekehrt.

Keine Verknüpfung mit deutschem Wettskandal festgestellt

Die neuen Fälle auf dem Apennin haben allerdings offenbar nichts mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bochum zu tun. Diese hatte am vergangenen Freitag den größten Wettskandal aller Zeiten in Europa öffentlich gemacht. Es geht um insgesamt 200 verdächtige Spiele in 2009 in neun Ländern, darunter befinden sich auch 32 Begegnungen in Deutschland.

© SID

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