Neun Millionen Euro
RB Leipzig zahlt Rekordablöse für Bruno

Zweitligist RB Leipzig stößt in neue finanzielle Dimensionen vor und zahlt für einen Spieler eine Rekordablöse – doch kaum einer bekommt es mit. Denn der Spieler wird sofort an den Salzburger Partnerklub weitergereicht.
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Leipzig/SalzburgRasenBallsport (RB) Leipzig hat weitgehend unbemerkt einen Transferrekord für die 2. Fußball-Bundesliga aufgestellt. Der als Zugang bei Red Bull Salzburg präsentierte Belgier Massimo Bruno hat bereits im Juni einen Fünfjahresvertrag bis 2019 beim deutschen Zweitliga-Aufsteiger unterschrieben und wurde umgehend an den Partnerclub ausgeliehen. Das geht aus der Transferliste der Deutschen Fußball-Liga (DFL) vom Mittwoch hervor. RB Leipzig wollte den Transfer nicht kommentieren.

Mit rund neun Millionen Euro Ablöse ist der U21-Nationalspieler vom RSC Anderlecht der teuerste Zugang sowohl in der 2. Bundesliga als auch in Österreichs Liga-Geschichte. Vor sieben Jahren hatte der damalige Zweitligist TSG Hoffenheim, der ebenfalls Interesse an Bruno hatte, für sieben Millionen Euro den Brasilianer Carlos Eduardo von Gremio Porto Alegre verpflichtet.

Verantwortlich für den Transfer ist Ralf Rangnick, Sportdirektor bei Salzburg und Leipzig. Bruno hatte bereits bei seiner Vorstellung in Österreich betont: „Mit Anderlecht konnte ich ja schon in der Champions League spielen, dasselbe mit meinem neuen Club zu erreichen, ist ein großes Ziel. Und auch die Perspektiven, die über RB Leipzig bestehen, sind für mich außerordentlich spannend.“

Es ist nicht der erste Transfer zwischen den zwei Klubs des Getränkekonzerns Red Bull. Der Österreicher Marcel Sabitzer von Rapid Wien wollte unbedingt zu Red Bull Salzburg wechseln, zu jenem Klub, der dieses Jahr in die Champions League strebt. Doch die Ausstiegsklausel in seinem Vertrag erlaubte bloß einen Wechsel ins Ausland. Die Lösung? Der verbrüderte Klub aus Leipzig kaufte Sabitzer, um ihn im Anschluss einfach an die Salzburger weiter zu verleihen.

Dass ein deutscher Fußball-Zweitligist zwei europäische Toptalente an einen Champions-League-Teilnehmer verleiht, wäre anderswo undenkbar. In der Fußball-Welt von Red Bull nennen sie es „Synergien“ und „Karriereperspektiven“, die Rangnick sehr schätzt: „Wenn wir einen Spieler entdecken, dann geht es nur noch darum, dass ich entscheiden muss, ist es eher einer für Salzburg oder eher einer für Leipzig.“

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Warum der Spieleraustausch zum System Red Bull gehört

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