Neymar und das Geld
Der Fußball braucht keine Gehaltsgrenze

Unfassbare 30 Millionen Euro netto verdient Neymar in Paris. Manager, Beobachter und Fans diskutieren nun über eine Gehaltsgrenze im Fußball. Das widerspricht der Vertragsfreiheit. Und es wäre unsinnig. Ein Kommentar.
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DüsseldorfWas ein Fußballer wert ist, bestimmt der Markt. Und was er verdient ebenfalls. Im Falle des brasilianischen Superstars Neymar bedeutet das: 30 Millionen netto pro Jahr. Anders ausgedrückt: Rund 82.000 Euro pro Tag, 3400 Euro pro Stunde, 57 Euro pro Minute. Ist das unmoralisch? Nein, das ist der Preis, den die Scheichs aus Katar zahlen, um ihr Image aufzupolieren.

Daran ist überhaupt nichts Verwerfliches. Spitzenfußball ist modernes Showgeschäft und knallhartes Business. Solange die Akteure sich nicht hoch verschulden oder die Mitarbeiter ihre Fußball-Unternehmen gefährden, ist an solchen Summen nichts Verwerfliches. Multinationale Konzerne, TV-Sender und reiche Gönner drängen aus Eigeninteresse in den Fußball. Und sie haben das Geld dafür.

Natürlich passt das jenen nicht, die nun womöglich ins Hintertreffen geraten, weil bei ihnen die Stars abwandern könnten. Oder jenen, die gar keine Chance haben, überhaupt an das große Geld zu kommen. Dagegen hilft nur: Die sportlichen Anstrengungen zu erhöhen und den eigenen Verein zu einem gut geführten Wirtschaftsunternehmen umzuwandeln.

Denn darum geht es: Spitzenfußball wird es künftig nur noch dort geben, wo clevere Fußballmanager ihren Klub sportlich und finanziell nach vorne bringen – und zwar mittel- bis langfristig. Beide Bereiche hängen entscheidend voneinander ab. Wenn sie sich weitgehend parallel entwickeln und die Strategie passt, steigt die Chance, die Spitzenteams immer mal wieder zu ärgern.

Gehaltsgrenzen dagegen wirken wie eine Bremse. Sie machen alle zufrieden und lähmen womöglich am Ende die Beine der Stars. Außerdem stellt sich dann die Frage: Wohin soll das vorhandene Geld im Fußballmarkt denn alternativ fließen? Im Moment geht es zu 50 bis 70 Prozent an die Kicker, die ja den Hauptteil der Arbeit leisten. Der Rest bleibt in den Vereinen.

Funktionäre, die Gehaltsgrenzen fordern, machen sich daher verdächtig: Wollen sie die Millionen lieber in die eigene Tasche stecken als sie den Fußballern zu geben? Ja, es gibt diese prominenten Befürworter von Grenzen. Und die „Bild“ zählt dazu sogar den Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge und BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

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Gehaltsgrenzen im Sport existieren bereits

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  • Tut mir leid, da schau ich mir lieber Amateurfußball an als so einem überbezahlten Menschen zuzujubeln.
    Was meint der Schreiberling eigentlich wo das hinführt? Welchen Effekt soll denn das für andere Generationen haben? Dass es einfach darum geht mehr und mehr Knete zu machen damit man so cool in einem 1000PS Auto mit dicker Goldkette abhängen kann oder was? Ungleichheit ist uncool, man muss der bonzigste sein. Andere trainieren genauso viel und bekommen einfach mal gar nichts obwohl sie für ihre Branche die gleichen Ziele erfüllen, sollen diese Sportarten komplett untergehen weil einfach nur noch Kohle für Fußball da ist?

    Tut mir leid ich kann diesen Kommentar nicht nachvollziehen, KEIN Mensch der Welt ist so viel Wert, KEINER von denen kann Krebs heilen oder sowas.
    Außerdem hat Neymar seinen Verein verraten, ist ein übler Judas! Soll das die Message sein? Verrate deinen Verein für Geld??

    ..wahrscheinlich heißt der Autor auch noch RB Leipzig gut, weil die ja so "fair" in die Bundesliga aufgestiegen sind und die Buli "bereichern" (sie können mich da gerne fragen ich habe diesen mafiösen Weg sehr genau verfolgt und ich sage Ihnen: RB hat keine Daseinsberechtigung!)

    Trotzdem werden wir es nicht aufhalten können, das ist schon richtig.

  • Im Prinzip ist es das wohl auch, allerdings nur solange, wie durch variable Gehaltsbestandteile bestimmte Manager nicht in Versuchung geführt werden, Entscheidungen zu treffen, die - wenn sie schief gehen - ganze Firmen den Bach runtergehen lassen bzw. man die durch ihre Größe besser nicht untergehen lässt und dann wieder andere einspringen müssen. Hatten wir ja neulich gerade...
    Insofern sehe ich zwischen exorbitanten Sportlergehältern und Gehältern von Firmenbossen schon einen gewissen Unterschied. Wenn Neymar sich jetzt die Bänder reißt, ist das schlimmstenfalls Pech für ihn und seinen Verein, aber wenn John Cyan die Deutsche Bank in den Abgrund reißt, weil seinem privaten Konto das gut tut, hat das schon ein paar andere Konsequenzen.

  • Wenn das unsinnig ist, dann ist es erst recht unsinnig über Gehaltsbeschränkungen für Manager zu diskuttieren.

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