Niederlage für Präsident Kind
Jäggi gibt Hannover 96 einen Korb

dpa HANNOVER. Martin Kind hat die erste Niederlage seit seiner Rückkehr auf den Vorstandssessel beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96 einstecken müssen.

Der von ihm favorisierte Rene C. Jäggi lehnte eine Übernahme des vakanten Postens des 96-Geschäftsführers ab. „Aus rein persönlichen Erwägungen und auf Grund anderer beruflicher Perspektiven habe ich am gestrigen Montag die Entscheidung getroffen, ein Angebot von Hannover 96 nicht anzunehmen“, teilte der 57-Jährige in einer persönlichen Erklärung mit.

Damit fand das wochenlange Buhlen Kinds um den Schweizer Geschäftsmann, der den ehemaligen Fußball-Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern vor dem Konkurs bewahrt hatte, ein schnelles, aber unerwartetes Ende. Noch Anfang der Woche hatte sich der 62 Jahre alte Hörgeräte-Unternehmer Kind zuversichtlich gezeigt, Jäggi trotz aller offensichtlicher Probleme an die Leine locken zu können.

Wie Kind die Lücke, die Mitte Juli mit dem Rücktritt des von ihm inthronisierten Karl-Heinz Vehling entstand, nun schließen wird, scheint offen. Im Gespräch ist, dass der allmächtige 96-Vorsitzende nunmehr einen erfahrenen Experten für die Verwaltung der für den Bundesliga-Spielbetrieb zuständigen Hannover 96 Gmbh & Co. Kgaa einstellt.

Einen 96-Geschäftsführer Martin Kind wird es jedenfalls nicht geben. Das schloss er bereits kategorisch aus, als er die Zügel beim schlingernden Traditionsverein am 17. Juli zum zweiten Mal nach rund einjähriger Pause wieder in die Hände genommen hatte. Er wollte mit seinem Schritt das „Gesamtkonstrukt Hannover 96 stabilisieren“ und strebe keine Rückkehr in das operative Geschäft an.

Fast zwei Monate danach ist die Baustelle Geschäftsführung nach Jäggis Absage nunmehr immer noch nicht beseitigt und mit der Neu-Trainerfindung nach dem katastrophalen Saisonstart mit drei Niederlagen und 2:11 Toren eine weitere hinzugekommen. Die schien sich im Zuge der erhofften Jäggi-Verpflichtung nach Medienberichten mit dessen Günstling Bruno Labbadia zu schließen. Aber auch hier werden die Karten nunmehr wahrscheinlich neu gemischt.

Die Mannschaft würden die ganzen Diskussionen nicht belasten, versicherte Übergangscoach Michael Schjönberg. „Wir konzentrieren uns voll auf unsere nächste Aufgabe, und die ist, im Pokal eine Runde weiterzukommen“, betonte der 39 Jahre alte Däne vier Tage vor der Partie beim Regionalligisten Dynamo Dresden. Angeblich zählt er nicht zu den Kandidaten, die das schwere Erbe des in der Vorwoche zurückgetretenen Peter Neururer antreten könnten.

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