Niederlage gegen Italien
„Geheimfavorit“ Tschechien packt die Koffer

Wieder hat einen Favoriten das frühe Vorrunden-Aus ereilt. Nach einer kraftlosen Vorstellung gegen clevere Italiener muss das Team aus Tschechien desillusioniert die Heimreise antreten. Für die Elf von Marcello Lippi hingegen geht der WM-Traum weiter.

HAMBURG. Italien, jubelt, Tschechien trägt Trauer: Mit einem 2:0 (1:0)-Erfolg im Spiel "Alles oder Nichts" gegen die Osteuropäer, die die zweite Halbzeit nach einer gelb-roten Karte gegen Polak nur noch zu zehnt absolvieren mussten, haben sich die Azzurri den Sieg in der Vorrundengruppe E gesichert. Der letzte Angriff der "goldenen Generation" der Osteuropäer auf einen großen Titel ist dagegen kläglich gescheitert. Das Team von Karel Brückner, das noch nach der Gala beim 3:0 zum WM-Start gegen die USA davon geträumt hatte, Geschichte zu schreiben, muss desillusioniert die Heimreise antreten.

"Wir haben uns die Qualifikation für das Achtelfinale verdient", stellte Italiens Coach Marcello Lippi zufrieden fest. "Gegen Ghana und auch gegen Tschechien haben wir zwei gute Spiele abgeliefert. Und mit Blick auf den Fußballskandal in Italien, in dem Abend erste Urteile erwartet wurden, ergänzte er: "Das war ein wichtiger Sieg in vielen Beziehungen."

Italien trifft nun am Montag auf den Zweiten der Brasilien-Gruppe, voraussichtlich Australien oder Kroatien, die sich am Abend im direkten Duell gegenüberstanden (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet). Japan hatte im Duell mit dem nach zwei Siegen bereits für die Runde der letzten 16 qualifizierten Titelverteidiger nur noch theoretische Chancen auf ein Weiterkommen.

Merklich frustriert über die Niederlage und das WM-Aus war hingegen der tschechische Coach. "Ich habe meine Mannschaft vor dem Spiel sogar schriftlich gewarnt, keinen Platzverweis zu riskieren", schimpfte er. "Dass es dann genau so gekommen ist, war keine Frage der Disziplin, sondern der Dummheit. Und dafür mussten wir bezahlen." Mit zehn Mann zu spielen sei einfach zu schwierig gewesen. Der Ausfall einiger Schlüsselspieler schon vor dieser Partie sei nicht zu kompensieren gewesen. "Das hat uns in diesem Turnier sehr weh getan." Zugleich stellte der Trainerfuchs aber auch fest: "Wir sind nicht heute ausgeschieden, sondern gegen Ghana."

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