Niersbach im WM-Skandal Hinweise vertuscht, Präsidium nie informiert

Die neuen Recherchen zur WM-Affäre belasten vor allem den früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach. Dessen Krisenmanagement vor dem Bekanntwerden des Skandals war miserabel. Die neuen Fragen.
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Im Zuge der WM-Affäre trat Wolfgang Niersbach als DFB-Präsident zurückt. Foto: Arne Dedert Quelle: dpa
Wolfgang Niersbach

Im Zuge der WM-Affäre trat Wolfgang Niersbach als DFB-Präsident zurückt. Foto: Arne Dedert

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Deutsche Fußball-Bund soll in der WM-Affäre jahrelang Hinweise vertuscht haben, die auf Korruption und dubiose Geschäfte rund um die Vergabe des Sommermärchens hindeuten. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung”.

SZ, WDR und NDR stützen ihre Recherchen auf die Ermittlungen der Kanzlei Freshfields, die den Skandal im Auftrag des DFB untersucht. Zitiert wird dabei unter anderem aus den Vernehmungen des früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach und des früheren stellvertretenden Generalsekretärs Stefan Hans.

„Je tiefer Freshfields gräbt, desto mehr Spuren gibt es”, schreibt die „Süddeutsche Zeitung”. „Bei der Kernfrage, ob die WM 2006 gekauft wurde, gibt es Indizien, aber sie fügen sich bislang nicht zu einer festen, beweiskräftigen Kette.”

Welche neuen Erkenntnisse gibt es in der WM-Affäre?

Wirklich handfeste neue Erkenntnisse gibt es nicht. Höchstens Hinweise, die bereits bekannte Einschätzungen noch einmal verstärken. Die „SZ” selbst recherchierte bereits im vergangenen Oktober in Akten der Bundesregierung, dass der Weltverband FIFA im Jahr 2003 auf einmal 40 Millionen Euro vom deutschen Organisationskomitee (OK) verlangt hat.

Sieben Millionen davon sollen „zum Zeichen der deutschen Solidarität mit Afrika” geflossen sein. Freshfields geht dem neuen SZ-Bericht zufolge nun Hinweisen nach, dass diese ominöse „Afrika-Hilfe” ein Ausgleich dafür war, dass Südafrika die Abstimmung über die WM 2006 gegen Deutschland verloren hatte.

Darauf deuten auch Aussagen von Stefan Hans hin: Von dem Geld sollten in Afrika neue Bolzplätze gebaut werden, sagte er laut SZ-Bericht aus. Die hätten aber „wohl nicht sieben Millionen Euro gekostet”.

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