Niersbach ist DFB-Präsident
Der Funktionär hat's schwer

Wolfgang Niersbach wird der neue DFB-Präsident. Der langjährige Funktionär steht gleichermaßen vor Herausforderungen und Erwartungsdruck. Sein größter Vorteil: ein exzellentes Netzwerk.
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FrankfurtDer Medienprofi schweigt. Wolfgang Niersbach überlässt Theo Zwanziger für dessen letzten Tage als DFB-Präsident die öffentliche Bühne. Der bisherige Generalsekretär gibt vor dem Machtwechsel beim Deutschen Fußball-Bund an diesem Freitag in Frankfurt am Main keine Interviews mehr und sagt nur: „Jetzt ist der Tag gekommen. Natürlich ist da Vorfreude da, aber auch eine gewisse Anspannung und Nervosität.“

Dabei war die Machtübergabe längst nur noch Formsache. Erstmals haben schon vor einem Bundestag Ligaverband und Amateurvertreter formal eine Wahlempfehlung ausgesprochen - für Niersbach. In zwei Schreiben an den DFB, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegen, gaben der Ligaverband unter Reinhard Rauball und der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband unter DFB-Vizepräsident Hermann Korfmacher im Namen aller Landes- und Regionalverbände diesen Vorschlag ab.

Ohne weitere Zwischenfälle wurde der 61 Jahre alte Niersbach zum Präsidenten des mit 6,75 Millionen Mitglieder größten Sportfachverbandes der Welt gekürt.

Geklärt sind auch die finanziellen Rahmenbedingungen: Niersbach, bisher hoch bezahlter Generalsekretär in der DFB-Zentrale in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise, wird wie seine Vorgänger ehrenamtlicher Verbandschef. Er bekommt aber wie Zwanziger eine höhere fünfstellige Summe als Aufwandsentschädigung.

Niersbach hat „höchsten Respekt“ vor dem Amt. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet der einstige Nachrichtenredakteur aus Nettesheim für den DFB: als Pressechef der Nationalmannschaft, als Mediendirektor, als Geschäftsführender Vizepräsident des WM-Organisationskomitees von 2006, als Direktor und seit 2007 als Generalsekretär. Er bezeichnet sich selbst als „Mannschaftsspieler“.

Was die Schwerpunkte seiner künftigen Arbeit angeht, hält sich der geschiedene Vater zweier Töchter und Fan von Fortuna Düsseldorf noch bedeckt. Niersbach hat von den letzten vier DFB-Präsidenten einiges mitgenommen: von Hermann Neuberger die Fähigkeit, Deutschland zum „Organisationsweltmeister“ zu machen, von Egidius Braun die soziale Ader, von Gerhard Mayer-Vorfelder die Besinnung auf die Nachwuchsarbeit, von Zwanziger die gesellschaftspolitische Relevanz des Fußballs.

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