Fußball
Nowotny sieht sich nicht im Abseits

Jens Nowotny sieht trotz seiner Ausbootung bei Bayer Leverkusen weiter Chancen auf eine Rückkehr im Trikot des Bundesligisten. "Von mir aus ist das Tischtuch nicht zerschnitten", sagt der 31 Jahre alte Abwehrspieler.

Das Kapitel Bayer Leverkusen ist für den 45-maligen Nationalspieler Jens Nowotny noch längst nicht abgeschlossen. Nach dem Ausschluss vom Spielbetrieb will der ehemalige Kapitän des Bundesligisten weiter um eine Rückkehr in den Kader kämpfen. "Von mir aus ist das Tischtuch nicht zerschnitten", sagte Nowotny der Bild-Zeitung und schilderte seine Zukunfts-Pläne wie folgt: "Weiter trainieren, Gas geben, Leistung bringen, so, dass der Trainer den Wunsch hat: Nowotny muss spielen." Bei Bayer ist man sich aber offensichtlich einig, dass die Ausbootung von Nowotny endgültig ist.

Auf die Frage, ob er glaube, dass der Verein nun auf einen Vereinswechsel des nach dem vierten Kreuzbandriss derzeit in der Reha befindlichen Ex-Kapitäns hoffe, erklärte Nowotny: "Es liegt nahe, so etwas zu denken, aber ich kann mir wirklich nicht vorstellen, so tief zu sinken."

Vertrauensverhältnis nicht mehr vorhanden

Bayer hatte am Dienstag erklärt, dass Nowotny trotz eines bis 2008 laufenden Vertrages nie wieder für den Champions-League-Finalisten von 2002 spielen werde. Der frühere Abwehrchef darf nur mittrainieren und erhält weiterhin sein Gehalt. Nach monatelangen Rechtsstreits um Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall und Versteuerung von Handgeldern in Höhe von 10,2 Mill. Euro sei kein Vertrauensverhältnis mehr vorhanden, sagte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. Sportdirektor und Interims-Teamchef Rudi Völler erklärte, er habe stets "vergeblich versucht, zu vermitteln".

"Es bleibt die Erkenntnis, dass der selbst der große Rudi Völler diesem Machtgefüge eher machtlos gegenüber steht", meinte Nowotny verbittert und kritisierte die Muttergesellschaft Bayer: "Der Konzern scheint die Philosophie zu vertreten, dass der, der klagt, keine Zukunft mehr hat. Die Gesellschafter im Hintergrund haben die Fäden in der Hand, aber andere Köpfe rollen."

"Sie haben mir meinen WM-Traum genommen"

Nowotny beteuerte, weiter in den Spiegel schauen zu können und warf dem Verein vor: "Sie haben mir nach monatelanger Quälerei meinen WM-Traum genommen." Im kicker fügte er ironisch hinzu: "Jetzt, wo man bei Jürgen Klinsmann nicht mehr Stammspieler sein muss, bin ich vielleicht der einzige Nationalspieler, der ohne Einsatz zur WM fährt."

© SID

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