Fußball
Nürnberg legt Einspruch gegen 0:1 in Duisburg ein

Der 1. FC Nürnberg will die Niederlage beim MSV Duisburg nicht akzeptieren und pocht wegen des nicht gegebenen Tores von Markus Daun auf ein Wiederholungsspiel.

dpa NüRNBERG. Der 1. FC Nürnberg will die Niederlage beim MSV Duisburg nicht akzeptieren und pocht wegen des nicht gegebenen Tores von Markus Daun auf ein Wiederholungsspiel.

Die auf den letzten Platz der Fußball-Bundesliga abgerutschten Franken legten beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) Einspruch gegen das 0:1 bei den Westfalen ein und engagierten dafür den prominenten Sportanwalt Christoph Schickhardt. „Wir können das nicht hinnehmen. Jeder hat gesehen, dass der Ball im Tor war. Wenn TV-Bilder herangezogen werden, um nach einem Foul einen bösen Buben zu bestrafen, dann müssen sie hier auch als Beweis dienen“, sagte FCN-Sportdirektor Martin Bader.

Die Kritik der Nürnberger richtet sich gegen Peter Gagelmann (Bremen). Der Referee hatte dem Treffer von Stürmer Daun in der 8. Minute die Anerkennung verweigert. „Es geht nicht um eine generelle Schiedsrichter-Schelte, aber das musste er sehen oder zumindest Duisburgs Torwart mal befragen“, sagte Bader. MSV-Schlussmann Georg Koch hatte nach dem Spiel zugegeben, dass der Ball im Tor war.

Schickhardt stellte die besondere Situation des Falles heraus. „Die Frage, ob Tor oder kein Tor, ist so entscheidend, da kann man sich nicht auf Tatsachenentscheidungen berufen. Mill. Fernsehzuschauer haben es gesehen, man kann nicht auf formalistische Gründe zurückgreifen“, sagte der Anwalt. „Wir werden den Verein entschieden vertreten.“

Große Aussichten auf Erfolg hat der Einspruch allerdings nicht. Der Vorsitzende Richter des DFB-Sportgerichts hatte auf der Homepage des Verbandes Tatsachenentscheidungen seiner Schiedsrichter als „unantastbar“ bezeichnet. Die gleiche Richtlinie verfolgt der Weltverband Fifa. „Diese Richtlinie ist natürlich ein Problem“, sagte Schickhardt.

Der FCN beruft sich jedoch auf zwei Fälle aus der Vergangenheit, in der Spielwertungen aufgehoben worden waren: Im April 1994 wurde die Partie des „Clubs“ beim FC Bayern München wiederholt, nachdem der Schiedsrichter das so genannte „Phantomtor“ von Bayern-Spieler Thomas Helmer anerkannt hatte, obwohl der Ball am Tor vorbei gegangen war. 1978 hatte der Ball in der Zweitliga-Partie zwischen Borussia Neunkirchen und den Stuttgarter Kickers durchs Außennetz den Weg ins Tor gefunden. Auch diese Partie wurde nochmals ausgetragen. „Diesmal ist es einfach andersherum. Es war ein reguläres Tor, und der Schiedsrichter hat es nicht gesehen“, sagte Bader.

Energisch bestritt der Manager, dass die Nürnberger durch rechtliche Schritte von ihrer bedrohlichen Lage und einer Diskussion um Trainer Wolfgang Wolf ablenken wollten. „Natürlich ist es komisch, dies als Schlusslicht zu machen. Aber wenn dem FC Bayern so ein Unrecht geschehen würde, würde Uli Hoeneß sich auch beschweren, und keiner würde etwas dagegen sagen“, betonte der FCN-Funktionär.

Zudem sei der „Club“ in dieser Saison schon einmal um einen Punkt „betrogen“ worden, als beim 1:2 der Siegtreffer des FC Bayern durch Michael Ballack trotz einer Abseitsposition gegeben worden war. „Mit zwei Punkten mehr wären wir nicht in dieser Lage“, sagte Bader. „Ich bin es den Fans, der Mannschaft und dem Trainer schuldig, dagegen einzuschreiten.“

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