Nutella, Hanuta & Co.
Foodwatch kritisiert DFB für Kooperation mit Ferrero

Deutsche Fußballnationalspieler sollen offiziell auf ihr Nutella-Brötchen verzichten. Das fordert Foodwatch-Chef Thilo Bode. Sein Vorwurf: Der DFB werbe zu sehr für "Dickmacher" statt eine gesunde Ernährung zu fördern.
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BerlinDer Geschäftsführer der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch, Thilo Bode, hat den Deutschen Fußball-Bund (DFB) für seine Kooperation mit dem Süßwaren-Hersteller Ferrero kritisiert. „Es gehört schließlich zu den in der Satzung des DFB festgeschriebenen gemeinnützigen Aufgaben, eine gesunde Ernährung präventiv zu fördern“, sagte Bode am Freitag in einem dapd-Interview.    

Es könne nicht angehen, „dass man alles für Geld macht und die Jugend- und Sportförderung davon abhängig gemacht wird, wie viel Geld Privatkonzerne geben“, sagte Bode. „Dazu muss sich der DFB mal öffentlich äußern.“ Wenn sich der Fußball-Bund eng mit Firmen der Lebensmittelindustrie verbinde, dafür Geld bekomme und die Firmen im Gegenzug den guten Namen des größten Sportverbandes der Welt und seiner äußerst populären Spitzensportler nutzen könnten, um ihre „als harmlose Zwischenmahlzeiten getarnten Dickmacher unters Volk zu bringen“, sei das ein inakzeptabler Zustand. Der DFB sei ein gemeinnütziger Verband, eine Institution, die das Gemeinwohl fördern solle, betonte Bode.    

Start der Internetseite lebensmittelklarheit.de begrüßt

Der Foodwatch-Geschäftsführer forderte die Industrie auf, sich die Frage zu stellen, ob der Lebensmittelmarkt für den Verbraucher da sei oder umgekehrt. Solange sich die Konzerne diese Frage nicht stellten, „bekommen sie weiter Ärger, auch von uns“. Er monierte, die Industrie beschwere sich immer, an den Pranger gestellt zu werden. Sie habe sich selbst eingemauert und agiere defensiv. Sie behaupte, alles sei super und stecke als Antwort mehrere Millionen in eine bessere Kommunikation. Das nutze aber nichts. So lange die Industrie nicht einsehe, dass ihre Produkte das Problem seien und nicht die Verbraucher und kritische Organisationen wie Foodwatch, werde sich nichts ändern.    

Den Start der von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) unterstützten Internetseite lebensmitteklarheit.de der Verbraucherzentralen ab Juli sieht Bode positiv. „Dass die Lebensmittelindustrie Sturm gegen diese Plattform läuft und sogar Rechtsgutachten von ehemaligen Verfassungsrichtern dagegen erstellen lässt, spricht für die Seite“, sagte Bode.    

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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