Offizielle Airline
Emirates fliegt an der WM 2006 vorbei

Die Staats-Fluglinie Emirates bietet ab Dubai Direktflüge in jede Weltmetropole an - und ist damit ein starker Konkurrent von Air France, Lufthansa und British Airways. Als offizielle Airline der Fußball-Weltmeisterschaft kommt die Fluggesellschaft aus Dubai jedoch bisher kaum zur Geltung.

FRANKFURT. Wer oder was ist Emirates? "Jemand, der nicht regelmäßig fliegt, könnte unsere Marke auch für eine Käsesorte halten", räumt der Deutschland-Chef von Emirates, Henry Hasselbarth, ein. Dabei hat die Staats-Fluglinie aus Dubai in der Luftfahrtbranche längst einen Ruf wie Donnerhall. Ihr Chef ist der expansionshungrige Scheich Ahmed bin Said al-Maktum, ein Onkel des Herrschers von Dubai. Sein Auftrag: Die größte Langstreckenflotte der Welt um den Globus zu schicken. Der große Vorteil der Fluglinie ist die geografische Lage im Nahen Osten, die ab Dubai Direktflüge in jede andere Weltmetropole erlaubt. Von dort aus greift Emirates Air France, Lufthansa und British Airways an - zunehmend flächendeckend. Der bisher entscheidendste Nachteil: Im Gegensatz zu anderen "exotischen" Fluglinien wie Singapore Airlines ist die Marke Emirates eben kaum bekannt.

Nach der Fußball-WM in Deutschland sollen wilde Verwechslungen wie die mit einer Käsesorte nicht mehr vorkommen: Das forsch expandierende Unternehmen aus Dubai (Umsatz: 5 Mrd. US-Dollar) tummelt sich im exklusiven Pool der WM-Topsponsoren, sieht aber zwischen all den Weltmarken um Mc?Donalds, Coca Cola & Co noch wie ein unbekanntes Flugobjekt aus. "Insbesondere in Deutschland ist die Marke Emirates ein unbeschriebenes Blatt; das trifft auch für den Bereich des Sportsponsorings zu", sagt Stephan Schröder vom Marktforschungsinstitut Sport und Markt.

Das WM-Sponsoring soll Aufmerksamkeit wecken und entscheidend mithelfen, die Fluglinie vor einem Weltpublikum zu präsentieren: "Wir wollen schnell Bekanntheit aufbauen und Emirates zu einer weltweit bekannten Marke entwickeln", sagt Scheich Ahmed. Die WM ist nur ein Steinchen im Sponsoring-Puzzle. Der Emirates-Chairman setzt dabei leidenschaftlich auf das Thema Sport: Von Fußball über Golf, Tennis, Segeln, Rugby und Pferdesport bis hin zu Powerboat-Rennen - in immer mehr Sportarten drängt das Logo "Fly Emirates" vor die Kameras. In der Vorwoche wurde das sportliche Portfolio der Fluglinie um die Königsdisziplin Formel 1 erweitert: Scheich Ahmed saß auf einer Pressekonferenz in Berlin neben McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis und unterzeichnete einen zunächst auf eine Rennsaison befristeten Sponsorenvertrag, den Branchenexperten auf einen Wert von rund 20 Mill. Euro taxieren. Dafür wird der Schriftzug "Fly Emirates" auf den Formel-1-Wagen sowie auf den Rennanzügen der beiden McLaren-Mercedes-Piloten Juan Pablo Montoya und Kimi Räikkönen zu sehen sein.

Besondere Leidenschaft entwickelt Scheich Ahmed, der einst selbst kickte und Präsident des Profiklubs Al Nasr ist, beim Thema Fußball. So besiegelte er im Oktober 2004 den größten Sponsorenvertrag in der britischen Fußballgeschichte: Seine Firma erwarb für 100 Mill. Pfund (rund 145 Mill. Euro) 15 Jahre lang die Namensrechte am neuen Stadion des Spitzenclubs Arsenal London und taufte es auf den Namen Emirates Stadium. Darüber hinaus tritt die Fluglinie ab der Saison 2006/2007 als Arsenal-Hauptsponsor auf. Im deutschen Fußball wird auch der Hamburger SV künftig mit dem "Fly Emirates"-Logo auf der Brust kicken.

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