Offizieller Bewerber für Ausrichtung der WM 2014
Brasilien will es wissen

Der Drohung von Fifa-Boss Joseph S. Blatter folgte postwendend die definitive Bewerbung Brasiliens um die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2014: Der brasilianische Verbandschef Ricardo Teixeira unterzeichnete am Mittwoch eine entsprechende Absichtserklärung am Rande der Klub-WM in Japan.

Brasilien einziger Bewerber Südamerikas

Als sicher gilt, dass der fünfmalige WM-Champion der einzige Bewerber der südamerikanischen Fußball-Konföderation Conmebol sein wird. "Es wird eine einzigartige Möglichkeiten für die Leute in Brasilien sein", erklärte Teixeira. Eine Entscheidung über die Vergabe der WM-Endrunde soll im November 2007 fallen.

Allerdings hatte Blatter in seiner Eigenschaft als Präsident des Weltverbandes Fifa den Staat mit seinen 187 Mill. fußballverrückten Einwohnern erst eine Woche zuvor nach einem Exekutiv-Komitee-Meeting in Zürich mächtig unter Druck gesetzt. "Wir haben gesagt, dass die WM 2014 in Südamerika stattfinden wird. Aber wenn es dort keinen geeigneten Kandidaten gibt, dann werden wir logischerweise nach Norden ziehen", sagte Blatter unmissverständlich.

Gemäß der von der Fifa eingeführten Rotation der Kontinentalverbände wäre nach Südafrika 2010 vier Jahre später Südamerika an der Reihe. Dort bewirbt sich aber von den zehn Landesverbänden lediglich Brasilien um das Turnier, allerdings mit Unterstützung der Nachbarn.

Blatter warnte aber davor, den Zuschlag als Selbstläufer zu betrachten. "Brasilien muss sich den gleichen Prüfungen stellen wie vorherige Bewerber", sagte der Schweizer: "Die Latte liegt nach der letzten WM sehr hoch. Und sollte der einzige Kandidat aus Südamerika die Anforderungen nicht erfüllen, dann würden wir woanders hingehen."

Stadien und Sicherheit als Probleme

Von Kritikern war zu hören, dass im Augenblick nur ein Stadion in Brasilien, die Arena da Baixade in Curitiba, die hohen Fifa-Anforderungen für eine Weltmeisterschaft erfüllt. Außerdem gibt es Bedenken wegen der Transport- und Sicherheitsprobleme.

Erst in der vergangenen Woche waren zwei hohe Justizbeamte in Rio de Janeiro Opfer einer Entführung geworden, als sie von Unbekannten in ihrem Auto auf einer Schnellstraße überfallen wurden. Im Frühjahr 2006 war es bei Schießereien in Sao Paulo zwischen Gangsterbanden und der Polizei zu 200 Toten gekommen. Erschüttert wurde das Land zudem vom Flugzeugabsturz am 29. September, als 154 Passagiere den Tod fanden. Anschließend wurde heftige Kritik an der Sicherheit im Flugverkehr in Brasilien laut.

© SID

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