OK-Zusicherung
Niersbach fürchtet weder freie Sitze noch Staus

Halbleere Stadien wegen strenger Einlasskontrollen wird es nach Aussage von OK-Vizepräsident Wolfgang Niersbach bei der Weltmeisterschaft nicht geben: "Es wird an den Eingangskontrollen nicht zu Staus kommen."

Übertriebene Befürchtungen bezüglich der Ticket-Kontrollen bei der Weltmeisterschaft in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli) sind bei OK-Vizepräsident Wolfgang Niersbach auf Unverständnis gestoßen. Verwundert reagierte Niersbach, der im WM-Organisationakommitee unter anderem auch für die Kommunikation zuständig ist, auf die erneute Kritik von Joseph Blatter. Der Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa hatte wiederholt Kritik am Kartenverkaufssystem der Deutschen geäußert . Am Montag verlieh der Schweizer vor britischen Journalisten seiner Befürchtung Ausdruck, wegen der strengen Zutrittskontrollen könne es zu halbleeren Stadien kommen. Niersbach: "Es wird an den Eingangskontrollen nicht zu Staus kommen. Das haben wir der Fifa definitiv zugesichert."

Mitte letzter Woche hingegen hatte die Fifa in einem offiziellen Kommunique nach einem Treffen zwischen Blatter, dem Fifa-Generalsekretär Urs Linsi, OK-Chef Franz Beckenbauer und dem für das Ticketing zuständigen 1. Vize-Präsidenten Horst R. Schmidt lediglich von einem noch notwendigen "Feinschliff" geschrieben.

Zwei Einlasskontrollen am Eingang

Wie bei Bundesligaspielen wird es bei der WM zwei Einlasskontrollen geben - eine, wo die Person auf das Mitführen verbotener Gegenstände kontrolliert wird, eine, wo das Ticket kontrolliert wird. Jeder Kartenbesitzer erhält mit seinen Tickets ein Infoblatt, auf dem unter anderem aufgelistet ist, was nicht mitgeführt werden darf: Schirme und überlange Fahnen, beispielsweise.

Niersbach: "Es gibt in den Stadien teilweise über 200 Eingangsstellen. Über 1 500 Ordner sind im Einsatz. Die Ausweise werden nur stichprobenartig bei Auffälligkeiten verlangt. Richtig ist, dass jeder für diesen Fall einen Ausweis mit sich führen muss. Wir empfehlen, relativ zeitig ins Stadion zu kommen. Die öffnen drei Stunden vor dem Anpfiff, und es gibt ein attraktives Rahmenprogramm." Beispielsweise werden bei 18 oder 21-Uhr-Spielen die vorherigen Partien live über die Videowände/-würfel übertragen.

Rein theoretisch betrachtet dürfte "kein Skilift funktionieren"

Entschieden wendet sich der OK-Vize gegen Horror-Szenarien: "Wenn theoretische Hochrechnungen, bei denen die Menge der Zuschauer, Anzahl der Einlasstore und Zeit pro Kontrolle in Relation gesetzt, zutreffen würden, würde kein Skilift funktionieren."

Abschließend erläutert Niersbach noch einmal den Sinn des minutiösen Sicherheitsprogramms, dessen Umsetzung alleine 30 Mill. Euro verschlingt: "Die namentliche Erfassung der Ticket-Inhaber war besonders auch eine vorbeugende Maßnahme. Wenn aus Block 17, Reihe 12, Platz 35 eine Leuchtrakete abgeschossen wird, wissen wir, wer das war. Dann greift, wie beim PKW, die Halter-Haftung. Außerdem haben wir durch die Personalisierung schon im Vorfeld viele - auch internationale - Hooligans am Kartenkauf hindern können."

© SID

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