Oldie Dreher vertrat verletzten Kahn
Bayern siegt auch ohne seine Leitwölfe

Auch ohne Oliver Kahn und Michael Ballack hat der FC Bayern München einen ungefährdeten Sieg eingefahren. In der Allianz Arena besiegte die Mannschaft den VfL Wolfsburg mit 2:0 (0:0). Damit hat der deutsche Meister die Tabellenführung problemlos verteidigt.

HB MÜNCHEN. Roque Santa Cruz brachte die Bayern am Samstag vor 66 000 Zuschauern mit seinem Kopfballtreffer in der 67. Spielminute auf die Siegerstraße. In der Schlussminute machte Abwehrspieler Lucio den vierten Sieg im vierten Liga-Heimspiel für die Münchner perfekt.

Eine Schrecksekunde gab es für die Bayern vor dem Anpfiff: Nach Ballack (Oberschenkelverhärtung und grippaler Infekt), Martin Demichelis (Rücken) und Bixente Lizarazu (Muskelfaserriss) fiel auch noch Kahn aus. Der Nationaltorhüter musste wegen einer Stauchung am rechten Knie nach dem Aufwärmen passen. Weil auch U 21-Auswahlkeeper Michael Rensing (Schulter) verletzt ist, musste für Kahn der mit 38 Jahren älteste Bundesliga-Profi Bernd Dreher ins Bayern-Tor. In seinem ersten Bundesligaspiel seit dem 10. März 2001 (2:0 gegen Energie Cottbus) zeigte der Vorruheständler keinerlei Nerven, sondern strahlte Selbstvertrauen und Sicherheit aus. Ernsthaft geprüft wurde Dreher nicht, allerdings hatte der Routinier in der 57. Minute Glück, als VfL-Stürmer Steve Marlet nach Flanke von Alex nur den Pfosten seines Tores traf.

Gegen die mutig mit drei Spitzen antretenden Wolfsburger entwickelte sich insgesamt ein munteres und teilweise hitziges Spiel, in dem es aber lange Zeit wenig Torraum-Szenen gab. Den Bayern fehlte ohne Ballack eine klare Linie im Offensivspiel. Bei den Gästen konnte Spielmacher Andres D'Alessandro, der sich mit dem starken Jens Jeremies verbissene Zweikämpfe lieferte, die Spitzen nicht einsetzen.

Gefährlichster Akteur war Roy Makaay, doch der Bayern-Torjäger hat nach seiner Knieverletzung sein Schussglück eingebüßt. In der 3. Minute wurde der Niederländer erst abgeblockt und scheiterte dann an Simon Jentzsch. Der Wolfsburger Torwart war auch unmittelbar vor dem Pausenpfiff bei einem Kopfball von Makaay auf dem Posten.

In Mehmet Scholl für Ali Karimi (50.) kam nach der Pause mehr Schwung in das Angriffsspiel der Bayern, auch wenn die Münchner zunächst auf der Gegenseite großes Glück beim Pfostenschuss von Marlet hatten. Bezeichnender Weise war es eine Ecke von Scholl, die Santa Cruz unbedrängt einköpfte. Es war das erste Bundesligator des häufig verletzten Paraguayers nach fast anderthalb Jahren. Aus den zahlreichen Münchner Konterchancen in der Schlussphase schlug erst Lucio Kapital. Der Brasilianer traf aus spitzem Winkel ins Tor.

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