Oliver Kahn gegen Jens Lehmann
Der Spielfilm im Torhüter-Duell

Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat mit seiner Torhüter-Rotation für einen nie da gewesenen Zweikampf um den Platz im deutschen WM-Tor gesorgt. Die Entwicklung der Suche nach der Nummer 1 in der Chronologie.

dpa MÜNCHEN. Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat mit seiner Torhüter-Rotation für einen nie da gewesenen Zweikampf um den Platz im deutschen WM-Tor gesorgt. Die Entwicklung der Suche nach der Nummer 1 in der Chronologie.

August 2004:
Vor seinem ersten Länderspiel als Bundestrainer in Österreich setzt Jürgen Klinsmann Oliver Kahn als Kapitän ab und ernennt Michael Ballack zu dessen Nachfolger. Er ruft offiziell die Torhüter-Rotation aus und legt die Rollen fest. "Es gibt eine ganz klare Grundkonstellation: Oliver Kahn ist die Nummer 1, Jens Lehmann die Nummer zwei und Timo Hildebrand im Moment die Nummer 3. Jens ist der Herausforderer, Oliver muss seinen Platz verteidigen."

Oktober 2004:
Lehmann fordert den Platz als Nummer 1 ein. "Ich will bei der WM 2006 spielen und auch vorher ein paar Mal." Gegen den Iran steht Lehmann zwischen den Pfosten, "Platzhirsch" Kahn bleibt in München. Klinsmann trennt sich von Bundestorwarttrainer Sepp Maier, der Stimmung gegen Lehmann machte, und holt Andreas Köpke in den Trainerstab.

November 2004:
In München gibt es ein erstes Gipfeltreffen im Torwartstreit zwischen Klinsmann und der Führung des FC Bayern.

Dezember 2004:
Lehmann verliert zwischenzeitlich seinen Stammplatz beim FC Arsenal. Sogar über einen Vereinswechsel des Keepers wird nachgedacht.

Februar 2005:
Klinsmann legt im Dauer-Zwist der Torhüter Oliver Kahn und Jens Lehmann die weitere Rotation fest. Die fünf ausstehenden Spiele bis zum Confederations Cup werden aufgeteilt.

Mai 2005:
Das Eröffnungsspiel in der Allianz Arena wird für Lehmann Spießrutenlauf. Der Torhüter wird von den Münchner Zuschauern ausgepfiffen.

Juni 2005:
Auch beim Confed-Cup wird weiter munter rotiert. Dabei setzt Klinsmann einen neuen Höhepunkt und stellt gegen Argentinien die Nummer 3, Timo Hildebrand, zwischen die Pfosten.

August 2005:
Klinsmann trennt die Streithähne Kahn und Lehmann. Bis zum Jahresende werden die beiden Torhüter nicht mehr gemeinsam im deutschen Aufgebot stehen. "Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, Oliver ein langes Leistungstief haben sollte oder eine Verletzung dazwischenkommt, dann hat er die besten Karten zu spielen", sagte Klinsmann. Konter Lehmann: "Ich glaube nicht, dass er das so gesagt hat."

November 2005:
Das Wechsel-Spiel geht weiter. Nachdem Kahn im Oktober gegen China das Tor hütete, ist Lehmann jetzt gegen Frankreich dran. Der Londoner rechnet mit einer Fortsetzung des munteren Rotationsprinzips und äußert erstmals Rücktrittsgedanken: "Mir würde es sehr, sehr schwer fallen, mich noch einmal auf die Bank zu setzen."

Februar 2006:
Auch in den letzten beiden Testspielen vor der Nominierung des WM-Kaders hält Klinsmann an der Rotation fest. Die Keeper teilen sich die Spiele gegen Italien und die USA.

März 2006:
Lehmann steht beim 1:4 in Italien statt des verletzten Kahns zwischen den Pfosten. Der Münchner darf dafür drei Wochen später beim 4:1 gegen die USA ran.

April 2006:
Kahn patzt in der Bundesliga und muss wieder verletzt raus, Lehmann hält in der Champions League fehlerfrei. Der Torhüterstreit erreicht seinen Höhepunkt. Bayern München und Beckenbauer fordern endlich eine Entscheidung. Klinsmann berät mit seinem Trainerstab in München. In einem Vier-Augen-Gespräch habe der Bundestrainer Kahn mitgeteilt, dass Lehmann bei der WM im Tor stehe, berichtet "Bild".

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