Oliver Kahn spielt gegen Portugal
Titan Kahn läuft als Kapitän auf

Als Ersatztorwart musste Oliver Kahn bei seiner vierten Fußball-Weltmeisterschaft 600 Minuten auf der Ersatzbank schmoren. Das wird sich jetzt ändern. Im Spiel gegen Portugal wird Kahn das Tor der DFB-Elf hüten und die Mannschaft auch als Kapitän auf den Platz führen.

HB BERLIN. Nach dem überraschenden und bitteren Halbfinal-K.o. gegen Italien wird der 37-Jährige Kahn von Jürgen Klinsmann für seine vorbildliche Führung als Nummer 2 mit einem Abschiedsspiel auf der Fußball-Weltbühne belohnt. "Oliver wird im Tor stehen, weil wir es ihm gönnen und ihm viel zu verdanken haben. Er hat eine maßgebliche Rolle im Hintergrund gespielt. Es ist fantastisch, wie er es durchgezogen hat", sagte der Bundestrainer am Freitag.

Der verletzungsbedingte Ausfall von Michael Ballack ermöglicht Klinsmann sogar noch ein besonderes Zuckerl für Kahn. In seinem womöglich letzten Spiel für Deutschland wird der 37-Jährige die DFB - Auswahl sogar noch einmal als Kapitän aufs Spielfeld führen, wie der Bundestrainer der dpa bestätigte: "Olli wird Kapitän sein. Das macht bei uns der, der die meisten Länderspiele hat." Im 86. Länderspiel ist Kahn zum insgesamt 49. Mal Kapitän.

Kahn ließ am Freitag schon beim Abschlusstraining in Berlin gar nicht erst den Eindruck aufkommen, den Einsatz im "kleinen Finale" gegen Portugal als Gnadenbrot zu betrachten. Wie früher als Nummer 1 trainierte er verbissen und war prompt wieder der Lauteste auf dem Rasen im Hertha-Amateurstadion. Beim lockeren Übungsspiel zum Abschluss, bei dem Jens Lehmann als Feldspieler agierte, platzte dem Team-Senior nach dem x-ten vertändelten Ball im Angriff sogar der Kragen. "So eine Sch...", brüllte Kahn über den Platz.

Die WM geht zu Ende, aber für ihn beginnt sie erst. "Ich sehe das Spiel überhaupt nicht als Almosen. Ich freue mich. Für mich hat auch der dritte Platz bei einer WM einen großen Wert", sagte Kahn. Sogar Lehmann sprach von einem "versöhnlichen Abschluss" für seinen Konkurrenten, der sich ihm gegenüber mit aufmunternden Gesten wie vor dem Elfmeterschießen gegen Argentinien oder als Tröster nach dem Halbfinal-K.o. gegen Italien hervorgetan hatte. Als "tadellos" würdigte wiederum Kahn die WM-Leistungen von Lehmann. "Das ist eine wunderschöne Geschichte, wie die Zwei miteinander umgegangen sind", kommentierte Klinsmann.

Den 7. April wird Kahn trotzdem niemals vergessen und Klinsmann wohl auch niemals verzeihen. Damals hatte der Bundestrainer dem ehemaligen Kapitän die größte Enttäuschung seiner Karriere zugefügt, als er sich nach zwei Jahren Torwart-Streit für Lehmann als WM- Torhüter entschied. Klinsmann sah sich durch Lehmanns Leistungen absolut bestätigt: "Jens ist für mich der Torhüter der WM."

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