Online-Bundesligarechte wichtiger Schritt auf Weg ins TV-Geschäft
Anstoß für die Telekom

Fußballbundesliga-Spiele werden womöglich ab der kommenden Saison erstmals auch im Internet live gezeigt. Das von der Deutschen Telekom erworbene Onlinerechte-Paket für die kommenden drei Spielzeiten umfasst erstmals auch Direktübertragungen, wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Mittwoch mitteilte.

HB/lou DÜSSELDORF. Bisher darf der Konzern seinen Internet-Kunden samstags ab kurz nach 18 Uhr lediglich Video-Zusammenfassungen zu allen Bundesligaspielen anbieten. Das Monatsabonnement dafür kostet 3,95 Euro.

Für die Deutsche Telekom sind die Onlinerechte für die Bundesliga-Übertragung ein wichtiger Schritt auf dem Weg ins Fernsehgeschäft. „Wir freuen uns sehr, dass wir die Internetrechte erhalten haben und arbeiten jetzt mit Hochdruck daran, attraktive Produkte zu schnüren“, erklärte ein Sprecher der Telekom. Dazu sollen neben Live-Übertragungen auch Zusammenfassungen der Spiele gehören. Details zu der Frage, der Konzern die Rechte verwerten wird, wollte er aber ebenso wenig nennen wie einen Kaufpreis. Branchenexperten gehen von rund 80 Mill. Euro aus.

Die Frage ist nun, wie die Telekom die Live-Rechte künftig verwerten wird. Möglich wäre, dass der Konzern dazu ein Exklusivangebot über sein geplantes Glasfasernetz schnürt. Das neue Breitbandnetz soll Internet, Telefon und Unterhaltungsmedien verbinden. Die deutlich schnelleren Übertragungsgeschwindigkeiten würden auch hochauflösendes Fernsehen (HDTV) zulassen. Bis Mitte 2006 will die Telekom zunächst das Kupferkabelnetz in zehn Städten mit Glasfaser aufrüsten.

Die Telekom hat im TV-Geschäft jedoch ein Handicap: Sie besitzt keine Sendelizenz. Als ehemaliges Staatsunternehmen, an dem der Bund direkt oder indirekt noch mit knapp 40 Prozent beteiligt ist, wird sie auch keine Sendeerlaubnis erhalten – Rundfunk muss staatsfrei sein. Die Telekom geht daher davon aus, dass sie sich für die Live-Übertragung der Spiele im Netz einen Partner suchen muss. Noch sei keiner gefunden, hieß es gestern aus Bonn. Experten halten eine Allianz mit dem leer ausgegangenen Abosender Premiere für unwahrscheinlich. Als aussichtsreiche Kandidaten handeln sie Privatsender wie DSF, Pro Sieben oder Sat 1.

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