„Oranje“-Team
Van Basten setzt auf junge Wilde

"Oranje"-Trainer Marco van Basten hat mit seiner Entscheidung für ein junges WM-Aufgebot internationalen Stars wie Edgar Davids und Patrick Kluivert eine gnadenlose Absage erteilt. Im Spiel gegen die Elfenbeinküste wird der Bondcoach erneut den "jungen Wilden" das Vertrauen schenken.

HB STUTTGART. Jugendstil als Programm: Bondscoach Marco van Basten hat vor zwei Jahren den Generationswechsel in der niederländischen Fußball-Nationalmannschaft eingeleitet und vertraut schon bei dieser WM seinen "jungen Wilden". Beim 1:0-Auftaktsieg gegen Serbien-Montenegro standen in Johnny Heitinga, Wesley Sneijder (beide Ajax Amsterdam), Robin van Persie (Arsenal London) und dem überragenden Torschützen Arjen Robben (FC Chelsea) gleich vier 22- Jährige in der Oranje-Startformation.

"Gerade für die jungen Spieler ist es eine tolle Erfahrung, bei der WM zu spielen. Sie können dazulernen, und ich denke, sie werden immer besser. In zwei bis vier Jahren werden sie sich voll entwickelt haben", sagte van Basten, dessen Aufbauarbeit bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz sowie der WM 2010 in Südafrika Früchte tragen soll. "Darauf liegt unser Fokus. Es wäre nicht fair, jetzt schon zu viel von der Mannschaft zu erwarten". Gleichwohl freute er sich über die Robben-Gala: "Ich hatte viel Spaß. Von mir aus kann er in jedem Spiel so eine Show bieten."

Im Vorfeld wurden internationale Stars wie Bayern-Stürmer Roy Makaay, Edgar Davids, Patrick Kluivert oder Clarence Seedorf gnadenlos ausgesiebt. Stattdessen rückten Talente wie Heitinga und der 19-jährige Ryan Babel in den Kader, die noch im Vorjahr bei der U-20-WM im eigenen Land aktiv waren. Insgesamt ist fast die Hälfte der Oranje-Akteure bei der WM nicht älter als 25 Jahre, darunter auch der Hamburger Rafael van der Vaart (23).

Zahlreiche weitere große Talente wie Ajax-Stürmer Klaas Jan Huntelaar, in der abgelaufenen Saison mit 33 Treffern Top-Torjäger in den Niederlanden und jüngst Europameister mit der U 21, hat van Basten als Trumpfkarten für die Zukunft noch in der Hinterhand. Routine sei wichtig, so der Bondscoach, aber am Ende zähle nur die Leistung: "Es gibt Talente, die mit 16 Jahren intelligent spielen, während einige 32-Jährige blind über den Platz laufen."

Unterstützt wird die Jugendpolitik nicht nur vom Königlich- Niederländischen Fußball-Verband (KNVB), sondern auch von Johan Cruyff, der am Donnerstag beim Abschlusstraining der Elftal vor der Partie gegen die Elfenbeinküste im Gottlieb-Daimler-Stadion zu Besuch war. "Es ist eine neue und junge Mannschaft. Ich war zufrieden mit dem ersten Spiel, und sie werden sich noch steigern", lobte "König" Johan, der die hohe Erwartungshaltung in der Heimat kennt. "Wir sind ein kleines Land, aber alle reden immer vom Titel."

Mit Rat und Tat zur Seite stehen den jungen Wilden Routiniers wie Kapitän und Torwart Edwin van der Sar (35), Ruud van Nistelrooy (29) oder Phillip Cocu (35). "Als älterer Spieler fühle ich mich für die Jüngeren natürlich mitverantwortlich. Ich gebe meine Erfahrung gern weiter", betonte Cocu. Van Nistelrooy schätzt vor allem die "tolle und entspannte Atmosphäre" im Team, die er der gelungenen Mischung aus Alt und Jung zuschreibt. Der ManU-Star ist überzeugt, dass die Talente ihren Weg machen. "Sie haben hier ihr Debüt auf der großen Bühne und können eine Menge Erfahrungen sammeln."

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