Organisationspanne bei WM
VIP-Ticket-Besitzer könnten draußen bleiben

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft könnten die Inhaber der 300 000 VIP-Tickets eine böse Überraschung erleben. Denn trotz der exklusiven Karten müssen sie damit rechnen, die Spiele nicht auf der Tribüne, sondern nur von außerhalb sehen zu können.

HB HAMBURG. Die VIP-Besitzer seien nicht registriert worden, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Das Bundesinnenministerium bestehe aber aus Sicherheitsgründen darauf, dass alle Besucher namentlich und mit der Nummer ihres Personalausweises oder Passes erfasst sind. Wer nicht gemeldet ist, hat nach Angaben des Ministeriums keinen Anspruch auf Einlass.

Das von Franz Beckenbauer geleitete deutsche Organisations-Komitee (OK) und die Schweizer Agentur ISE, die im Auftrag des Fußball- Weltverbandes FIFA die VIP-Tickets vermarktet, schieben sich nun gegenseitig die Schuld an dem Malheur zu. ISE teilte nach Angaben der Zeitung mit, sie sei vom WM-OK erst vor einem Monat darüber informiert worden, dass wegen einer Anweisung des Innenministeriums "alle Karten personalisiert sein müssten. Das kam zu spät", sagte ein ISE-Sprecher, nun habe man ein "Riesenproblem". Das OK erklärte, dass von Anfang an allen WM-Partnern klar gewesen sei, dass alle Karten personalisiert sein müssen. Verantwortlich sei die ISE, sagte ein OK- Sprecher. Nach Angaben aus dem Innenministerium habe es nie einen Sonderstatus für Sponsoren- oder VIP-Tickets gegeben.

ISE will nun zwar versuchen, die Empfänger der VIP-Karten nachträglich zu erfassen. Ein Agentursprecher bezeichnete das aber als nahezu "unzumutbare Aufgabe". Zudem würden es viele Unternehmen ablehnen, ihre Gäste namentlich zu melden. Mehrere deutsche Konzerne, die sich mit großen Karten-Kontingenten bei der ISE eingedeckt haben, bestätigten das, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Man wisse nicht, was mit den Daten anschließend geschehe, hieß es aus Konzern- Kreisen. Offenbar fürchten die Käufer, dass die Listen ihrer Gäste beim Fiskus oder gar bei der Staatsanwaltschaft landen könnten.



WM-BÖRSE



Handeln sie die Titelchancen der Teilnehmerländer: Kaufen Sie die Papiere ihres persönlichen WM-Favoriten, setzen Sie auf den weiteren Finalrunden-Verlauf und machen Sie mit dem Vorrunden-Aus der Verlierer Gewinne - Mitspieler können attraktive Preise gewinnen!



 www.handelsblatt.com/wmboerse



Die Finanzbehörden erheben hohe Steuern auf den "geldwerten Vorteil", den verschenkte VIP-Karten darstellen. Diese Tickets kosten im Schnitt mehrere tausend Euro. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft Karlsruhe, nachdem der Energiekonzern und WM- Sponsor EnBW in Baden-Württemberg Politiker und Amtsträger zur WM eingeladen hatte. Die Behörde prüft, ob das Annehmen solcher VIP- Tickets eine bei Staatsdienern verbotene Vorteilsannahme darstellt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%