Paderborn in der Bundesliga
Das Fußballwunder aus der Provinz

Der SC Paderborn hat es geschafft. Das Überraschungsteam der Zweiten Bundesliga steigt direkt in die Erste Bundesliga auf. Eine ganze Region feiert - vom Bürgermeister bis zum Bischof. Und hofft auf das große Geschäft.
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PaderbornUm 17.20 Uhr brach am Sonntag in Paderborn der Ausnahmezustand aus. Nach dem Sieg gegen Aalen tauchte die gesamte Innenstadt ein in die blau-schwarzen Vereinsfarben. 20.000 Fans aus nah und fern feierten rund um das Rathaus den bisher größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte. Der SC Paderborn hat wie erhofft 2:1 gewonnen und ist damit in die erste Fußballbundesliga aufgestiegen.

Es war auch ein spannendes Spiel für Paderborns Bürgermeister Heinz Paus, der selbst im Stadion mitgezittert hat. „Nach dem Führungstreffer von Joel Pohjanpalo (9.) für VfR Aalen waren wir zunächst sehr geknickt. Damit hatten wir alle nicht gerechnet. Der Anschlusstreffer ließ aber nicht lange auf sich warten“, erinnert sich Paus einen Tag später im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Nach dem Sieg bin ich auch wildfremden Menschen um den Hals gefallen. So glücklich war ich.“

Aufgrund des großen Besucheransturms mussten die Plätze teilweise frühzeitig für weitere Besucher komplett gesperrt werden. „Alle feierten und jubelten Spielern und Trainer André Breitenreiter zu, die gegen 21 Uhr in der Innenstadt eintrafen und sich zunächst in das goldene Buch der Stadt eingetragen haben“, sagt der Bürgermeister.

Bis kurz vor Mitternacht wurde vor dem Rathaus gefeiert, danach gingen die Spieler und Fans in die nahegelegene Discothek (Residenz). Heinz Paus freut sich, dass es beim SC Paderborn aufwärts geht. Denn der Überraschungsverein der 2. Bundesliga hat gut vier Millionen Euro Schulden.

„Aus diesem Grund werden erst keine große Investitionen vorgenommen“, weiß der Bürgermeister. Mit der Etat-Steigerung auf 15 Millionen Euro könnten die Schulden bald der Vergangenheit gehören. Ganz anders sieht das aber bei den Bielefelder Nachbarn aus. Arminia Bielefeld hatte in den letzten Jahren, während der Zeit in der 1. Bundesliga, viel Geld ausgegeben, um zum Beispiel das Stadion auszubauen.

Da habe sich ein Schuldenberg von knapp 27 Millionen angehäuft, der nun abbezahlt werden muss. Diesen Fehler wird der SC Paderborn nicht machen „Wir werden zunächst die Beine stillhalten. Über einen Ausbau des Stadions kann erst 2015 gesprochen werden. Bis dahin reichen die 15.000 Plätze im Stadion aus.“

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  • Toll gemacht!
    Herzlichen Glückwunsch an meine alte ostwestfälische Heimat Paderborn.
    Ich wünsche den Paderbornen viel Erfolg und Spasssssss in der 1. Liga.

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