Pekermann gedenkt totem Junioren-Spieler
Argentiniens Coach trauert trotz Finaleinzug

Nach dem Tod eines jungen Nationalspielers trauert die argentinische Nationalmannschaft, insbesondere ihr Trainer Pekermann. Der tragische Zwischenfall überschattet die jüngsten Erfolge der „Peker-Boys“.

HB HANNOVER. Der argentinische Trainer kämpfte mit den Tränen und gab, nachdem genug über die 120 Minuten und die zwölf Elfmeter gesagt war, mit brüchiger Stimme noch eine Erklärung ab: "Verzeihen Sie, wenn Sie keine Argentinier sind, aber für uns ist das ein sehr trauriger Tag. Ein junger Spieler ist gestorben. Das schmerzt uns sehr."

Für einen kurzen Moment gab es im sonst so hektischen Geschehen des Confederations Cups eine ungewohnte Stille. Der Tod von Emiliano Molina hatte den Trainer der "Albiceleste" offensichtlich tief getroffen. Der U-17-Nationalspieler von Independiente Buenos Aires hatte nach einem Autounfall 13 Tage mit dem Tod gerungen und war in der Nacht vor dem Spiel der Nationalmannschaft in Hannover gestorben. Ihm zu Ehren trugen die Argentinier beim Sieg gegen Mexiko einen schwarzen Trauerflor.

Pekerman demonstrierte auf eine besonders eindrucksvolle Weise, dass er etwas anderes ist. Nicht erst mit dieser kurzen Würdigung eines in Europa völlig unbekannten Jugendlichen setzte er sich deutlich ab von den Lautsprechern der Trainerbranche. Die Argentinier wissen schon länger, dass der 55-Jährige kein gewöhnlicher Fußball- Lehrer ist. Zwei Mal lehnte er es ab, die Nationalmannschaft zu übernehmen. Lieber arbeitete er mit dem Nachwuchs und führte die U- 20-Auswahl der "Albiceleste" 1995, 1997 und 2001 zu drei WM-Siegen.

In Argentinien war er trotz der Erfolge mit der Jugend nicht unumstritten, als er vor rund neun Monaten die erste Mannschaft übernahm. Dem bescheidenen Mann ohne große Profi-Karriere trauten die Fans nicht zu, die vor allem in Europa spielenden Stars zu einer Mannschaft zu formen. Berühmt geworden ist vor allem ein Satz der Trainer-Legende Cesar Luis Menotti: "Wer ist Pekerman?"

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