Pep Guardiola: Cruyffs bester Schüler

Pep Guardiola
Cruyffs bester Schüler

Josep Guardiola ist nicht der Erfinder des Kurzpassspiels des FC Barcelona, aber ein großer Anhänger. Seine Lehrer sind Johan Cruyff und Louis van Gaal. Nun will der 41-Jährige auch die Bundesliga erobern.
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MadridJosep Guardiola wird zuweilen als der Vater des Kurzpassspiels des FC Barcelona bezeichnet. Aber dies stimmt nur zum Teil. Die Spielweise Barças, die die Fußballwelt zuweilen in Verzückung versetzt und Spanien zum Gewinn der Welt- und Europameisterschaft verhalf, hat ihre Ursprünge in der Zeit, als Johan Cruyff der Trainer der Katalanen war. Guardiola, der an diesem Freitag 42 Jahre alt wird, gehörte damals Anfang der 90er Jahre als Regisseur dem „Dream Team“ des Niederländers an.

„Pep“, wie er in Spanien genannt wird, war ein Fußballer mit einer auffallend eleganten Ballbehandlung und einem Auge für frei stehende Mitspieler. Als Trainer trieb der Schüler von Cruyff und Louis van Gaal das Kurzpassspiel zur Perfektion. Dabei kam sein Erfolg eigentlich ziemlich überraschend. Als er 2008 bei Barça die Nachfolge von Frank Rijkaard antrat, war er als Trainer fast ohne Erfahrung; denn er hatte bis dahin nur die B-Elf betreut und dieser zum Aufstieg in die 3. Liga verholfen.

Dafür kannte er seinen Heimatclub wie kein Zweiter. Der Maurersohn hatte dereinst bei Barça als Balljunge angefangen und wusste um die Qualitäten des Nachwuchses. Binnen vier Jahren sammelte er mit dem FC Barcelona als Trainer 14 Titel, darunter zwei Champions-League-Siege und drei spanische Meisterschaften. Ende der vorigen Saison verzichtete er auf eine Verlängerung seines Vertrags und ließ sich mit seiner Familie zu einem „Sabbat-Jahr“ in New York nieder.

Als Trainer war Guardiola in Spanien zwei Jahre lang nicht nur der Rivale von José Mourinho gewesen, sondern auch in menschlicher Hinsicht ein Gegenspieler des Portugiesen. Während der Coach von Real Madrid sich in der Rolle des Provokateurs und Rüpels zu gefallen scheint, tritt Guardiola eher zurückhaltend und bescheiden auf. Er beherrscht die Kunst der feinen Ironie und gilt als ein Feingeist, der abseits des Fußballplatzes den Kontakt zu Kulturschaffenden sucht. Er gibt grundsätzlich keine Interviews, weil er Journalisten kleinerer Medien nicht benachteiligen will.


dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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