Pep Guardiola
Warum der Bayern-Trainer bald gehen könnte

Keiner kennt Pep Guardiola so gut wie Martí Perarnau. Ein Jahr begleitete er den begehrten Trainer hautnah. Und schrieb ein Buch darüber. Im Interview mit Handelsblatt Online erklärt er, wieso Bayern-Fans beten sollten.
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Der FC Bayern München hat sich den wohl besten Trainer der Welt geangelt. Doch bleibt er auch länger als drei Jahre, also über die Saison 2015/16 hinaus? Gerne würden die Münchner verlängern, doch der Umworbene lässt sich Zeit. Deshalb sprießen die Spekulationen über die Zukunft des weltweit begehrten Trainers schon lange vor Vertragsende. „Geht Pep nach Katar?“, fragte sogar „Sport Bild“ in einer Titelgeschichte Anfang Februar. Bayern-Vorstand Matthias Sammer gibt sich cool beim Thema Vertragsverlängerung: „Pep will jetzt überhaupt nicht, wir wollen jetzt auch nicht, außer Fußball spielen, Gas geben und angreifen.“ Doch er kann keineswegs sicher sein, dass Pep bleibt. Warum? Das erklärt der Guardiola-Kenner und Buchautor Martí Perarnau im Interview mit Handelsblatt Online.

Herr Perarnau, Sie haben den Bayern-Trainer Pep Guardiola ein Jahr lang hautnah und exklusiv beobachtet. Was zeichnet ihn als Fußballlehrer aus?
Sein Konzept vom Fußball macht ihn besonders. Schon als Spieler, als er von Johan Cruyff trainiert wurde, entwickelte er Spielideen. Das baute er später aus, dabei profitierte er auch von verschiedenen Trainertypen. Im Ergebnis entwickelte er ein sehr strukturiertes Spielmodell für den Fußball. Seit 2008 setzt er dies als Trainer um, zuerst in Barcelona und nun bei den Bayern. Das ist es aber nicht alleine, was ihn und seine Arbeit als Trainer auszeichnet.

Was noch?
Ich sehe fünf weitere Punkte, durch die sein Stil einzigartig wird. In Schlagworten gesprochen geht es um seine Grundüberzeugung, seine Arbeitshaltung, die Vermittlung der Spielidee, deren Infragestellen sowie deren ständige Weiterentwicklung.

Überzeugung? Was heißt dies für Guardiola im Fußball?
Pep ist überzeugt von seiner Spielidee. Er hält sie nicht für den einzigen Weg, um erfolgreich zu sein, sondern nur eine unter vielen. Allerdings ist es jene Spielidee, die ihm am meisten zusagt. Viele fühlen sich wohl damit, und sie hat sich als sehr effektiv herausgestellt. Er selbst hat 18 Titel in 26 Wettbewerben mit diesem Modell gewonnen.

Das geht nicht ohne harte Arbeit?
Genau davon ist auch Pep überzeugt. Er glaubt nicht, dass er ein großes angeborenes Talent besitzt. Für ihn kommt Erfolg durch Arbeit und permanente Anstrengung. Sich auf dem Erreichten auszuruhen, erlaubt er sich nicht. Er verlangt von sich, hart zu arbeiten – und das immer. Und er verlangt es von seinen Spielern.

Wie überzeugt er seine Spieler davon, dass seine Vorstellungen richtig sind?
Durch Kommunikation. Seine Ideen genau zu vermitteln, das ist essentiell bei einer so komplexen Spielidee, wie Guardiola sie verfolgt. Die Spieler werden wohl kaum ihr Potenzial erkennen, wenn der Trainer sie seine Ideen vom Spiel nicht fühlen lässt.

Gleichwohl wirft Guardiola auch schnell mal Dinge über Bord, sogar innerhalb eines Spiels. Wie passt das zu seiner Spielidee?
Ständige Selbstzweifel gehören einfach zu ihm. In jedem Spiel und in jedem Training stellt Pep kleine Details in Frage. Er schiebt diese Zweifel nicht beiseite, sondern analysiert sie alle. Und das nicht nur einmal, sondern viele Male, um eine Lösung für diese Einzelprobleme zu finden.

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