Fußball
Personelle Zukunft beim FC Bayern ungewiss

Nur im Fall Michael Ballack will Rekordmeister Bayern München an die finanzielle Schmerzgrenze gehen. Neben Ballack ist auch die sportliche Zukunft von Oliver Kahn, Sebastian Deisler, Willy Sagnol offen.

Weiterhin rätselt die Fußballwelt, wohin die Zukunft Michael Ballack führt - kommt es jedoch zu einer Vertragsverlängerung des 28-jährigen beim Deutschen Meister Bayern München, dann würde dies ein Art Kettenreaktion im Verein auslösen. Schon jetzt sieht Präsident Franz Beckenbauer das Vorhaben des Vereins gefährdet, das bisher sehr hohe Gehaltsgefüge nach unten zu korrigieren.

"Der Verein wird alles daran setzen, Michael zu halten. Aber es wird nicht bei Ballack bleiben", mutmaßte der "Kaiser" in der vergangenen Woche: "Was glauben sie, was passiert, wenn wir den Vertrag verlängert haben? Dann stehen am nächsten Morgen 25 Spieler vor der Tür bei Manager Uli Hoeneß und wollen mehr Geld."

Sagnol setzt Führung schon unter Druck

25 Spieler werden es zwar nicht sein. Allerdings laufen inklusive des Kontrakts von Ballack zehn Verträge am 30. Juni 2006 aus. Darunter befinden sich Leistungsträger wie Kapitän Oliver Kahn, Sebastian Deisler, Owen Hargreaves, Ze Roberto oder Willy Sagnol. Bisher hat nur Ballack ein konkretes Angebot über eine Verlängerung vorliegen.

Sagnol hat den FC Bayern deshalb bereits vor kurzem unter Druck gesetzt und damit für Unruhe gesorgt. "Wenn sie denken, sie müssen zunächst mit Ballack sprechen und nicht gleichzeitig mit Santa Cruz, Hargreaves oder Sagnol, dann wird das vielleicht ein Problem", hatte der Franzose gemosert. Er lese immer, "dass ich in der Hierarchie ganz oben stehe. Davon möchte ich jetzt etwas spüren".

"Bayern fairer und großzügiger Verhandlunsgpartner"

Soll heißen: Entweder der FC Bayern hebt die Bezüge an - oder Sagnol geht. Auch Spieler wie Kahn (5 Mill. Jahresgage) oder Deisler (3,5), bisher neben Ballack (4,5) die Großverdiener im Münchner Millionen-Ensemble, dürften wenig erbaut sein, wenn der Klub den Vertrag von Michael Ballack zu deutlich verbesserten Konditionen verlängern würde, sie aber gleichzeitig Einbußen hinnehmen müssten.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sah sich aufgrund der anhaltenden Spekulationen sogar veranlasst, im Vorwort des Bayern-Magazins vor dem Auftaktspiel der 43. Bundesliga-Saison am Freitagabend gegen Borussia Mönchengladbach zu diesem "beherrschenden Thema in den Boulevard-Zeitungen" Stellung zu beziehen.

Der FC Bayern sei als "ein fairer und durchaus großzügiger Arbeitgeber bekannt. Wir werden bemüht sein, all die Spieler zu halten, von denen wir erwarten, dass sie auch über den 1. Juli 2006 hinaus etwas zum Wohle und zum Erfolg des FC Bayern beitragen können", erklärte Rummenigge, fügte aber an: "Trotzdem werden wir den Pfad der finanziellen Tugend nicht verlassen."

Ballack lässt sich nicht unter Druck setzen

Im Fall Ballack ist der deutsche Rekordmeister jedoch durchaus bereit, bis an die Schmerzgrenze zu gehen. Die Bayern haben dem Kapitän und seinem Berater Michael Becker in der vergangenen Woche ein Angebot unterbreitet, das laut Rummenigge ein "sehr, sehr gutes ist". Über eine Gehaltsaufbesserung auf 6,5 Mill. Euro plus ein Handgeld von rund zehn Mill. Euro wurde in den vergangenen Tagen berichtet.

Ballack will sich bei seiner Entscheidung nicht unter Druck setzen lassen. Die werde fallen, "wenn ich das Gefühl habe, dass es soweit ist". Er habe ja noch ein Jahr Vertrag, da könne noch viel passieren. Er werde sich auch von außen nicht beeinflussen lassen: "Die Entscheidung treffe ich alleine mit meiner Familie." Dass die Gerüchte dabei fast täglich überkochen, weil er einmal mit Real Madrid, dann wieder mit Manchester United in Verbindung gebracht wird, stören den Nationalspieler nicht: "Das belastet mich nicht."

© SID

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