Pfalz
Torfabrik wird Denkfabrik

Pünktlich zur Fußballweltmeisterschaft sollen Neuansiedlungen dem Immobilienmarkt in Kasierslautern Impulse geben. Dass die auf die Analyse von Immobilienmärkten spezialisierte Feri Rating & Research GmbH der Stadt ausgesprochen schlechte Noten erteilt, ficht Wirtschaftsförderer und Immobilienexperten vor Ort nicht an.

DÜSSELDORF. Der 1. FC Kaiserslautern steigt ab, der Technologiestandort Kaiserslautern steigt auf. Ersteres ist Fakt, letzteres mit viel Lokalpatriotismus vorgetragene Überzeugung der treibenden Kräfte hinter dem Strukturwandel der pfälzischen Industriestadt und Fußballhochburg. Neuansiedlungen sollen dem Immobilienmarkt Impulse geben. Dass die auf die Analyse von Immobilienmärkten spezialisierte Feri Rating & Research GmbH der Stadt ausgesprochen schlechte Noten erteilt, ficht Wirtschaftsförderer und Immobilienexperten vor Ort nicht an.

Das Urteil der Feri-Experten ist hart. Sie warnen Immobilienanleger vor einem "hohen Investitionsrisiko" in der Barbarossa-Stadt. Nach Beobachtungen von Feri steht einem unterdurchschnittlichen Angebot eine sehr schwache Nachfrage gegenüber, so dass die Chancen auf Wertsteigerungen niedrig sind. Geringe Wirtschaftskraft lasse nur wenig Kaufkraftzuwachs erwarten.

Daniel Rau vom Gewerbemakler Immobilien-Service Markhahn stellt dem niedrigen Wertsteigerungspotenzial hohe Mietrenditen von acht Prozent gegenüber. Typischerweise schwanken Mieten und Preise in mittelgroßen Städten viel weniger als in den Ballungszentren. Dass es an Kaufkraft mangelt, um Einzelhandelsinvestoren anzulocken, widerspricht Makler Rau. "Es fehlt nicht an Nutzern, sondern an Grundstücken." Michael Wenk, Geschäftsführer der Immobilien Wenk GmbH in Kaiserslautern bestätigt: "Kaiserslautern braucht mehr Läden." Ein innerstädtisches Einkaufszentrum könnte die Stadt attraktiver machen, sagt er. Entwickler solcher Zentren sollen bereits Interesse am ehemaligen Gelände des an den Stadtrand gezogenen Nähmaschinenhersteller Pfaff bekundet haben. Philip Pongratz, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Stadt und Landkreis Kaiserslautern mbH, vermutet jedoch, dass auf der "hochattraktiven" Innenstadtfläche eher ein Mix aus Klinik, Wohnraum und Einzelhandel oder ein Konferenzzentrum entstehen wird. Mit der Entwicklung des Geländes soll im nächsten Jahr begonnen werden.

Auch ein Tagungszentrum wäre wohl kaum am Bedarf vorbeigeplant. Denn Universität und Technologieansiedlungen mit weltweiten Verbindungen ziehen automatisch Nachfrage nach Konferenz- und Hotelräumen nach sich. Das Hotelangebot ist ein wunder Punkt: Wenk vermutet, dass die ungenügende Auslastung der Hotels am unattraktiven Angebot liegt. Es gibt nur zwei Vier-Sterne-Häuser. Wenk: "Die Stadt würde mit Sicherheit noch ein Vier-Sterne-Hotel vertragen."

Seite 1:

Torfabrik wird Denkfabrik

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%