Pfiffe ärgern Löw
Experiment ohne Zukunft

Auch wenn Torhüter Robert Enke und „Joker“ Patrick Helmes ihre Nationalteam-Perspektive unter Beweis stellten und sich beim Verlierer als Gewinner fühlen durften - ein Spiel wie das gegen Dänemark wird Joachim Löw den Fans nicht noch einmal anbieten können.

dpa DUISBURG. Allerdings zeigte der Bundestrainer nach der 0:1 (0:0)-Niederlage seiner zu wild zusammen gewürfelten „Bubi-Elf“ kein Verständnis für die Unmutsäußerungen der enttäuschten Zuschauer in der MSV-Arena. „Da gab es wirklich keinen Grund zu pfeifen“, meinte Löw, denn gerade in der Schlussphase mit drei Großchancen des auffälligen Kölner Zweitliga-Torjägers Helmes hätte seine Perspektiv-Truppe noch einmal alles versucht.

Löw verteidigte sein Experiment, das ihm nach sieben Siegen und einem Remis die erste Niederlage seiner Amtszeit einbrachte, auch im Nachhinein als richtige und notwendige Maßnahme. „Die Serie war zweitrangig. Wir haben wichtige Erkenntnisse aus dem Spiel und aus dieser Woche mitgenommen. Von daher kann man zufrieden sein“, sagte Löw. Dass sein dänischer Trainer-Kollege Morten Olsen sich von ihm verschaukelt fühlte, konterte der 47-Jährige erstaunlich barsch: „Wir sind doch nicht dafür da, andere Trainer zufrieden zu stellen.“

Seit dem Spiel in Duisburg gibt es also sechs neue Nationalspieler in Deutschland - aber wie die Mannschaft von Duisburg könnte auch der eine oder andere als Eintagsfliege in die DFB-Historie eingehen. Der Stuttgarter Roberto Hilbert wirkte überfordert. Der Leverkusener Simon Rolfes wird es schwer haben, auch im wahren A-Team ein Schattenmann für die pausierenden Ballack oder Frings zu sein. Trotzdem sagte Löw, dass es „durchaus möglich“ sei, dass man den einen oder anderen schon Anfang Juni wiedersieht, wenn wieder die in Duisburg schmerzlich vermissten WM-Stars in der EM-Qualifikation in Nürnberg gegen San Marino (2. Juni) und gegen die Slowakei in Hamburg (6. Juni) die Zuschauer mit Champagner-Fußball verwöhnen sollen.

Ballack & Co. eine Pause zu gönnen und damit auch den Vereinen vor einer wichtigen Europapokal-Woche entgegen gekommen zu sein, war das hauptsächliche Ziel des Debütantenballs. „Mir ist wichtig, dass wir dauerhaft eine gute Mannschaft haben und nächstes Jahr, wenn die EM ansteht, alle gesund sind“, erläuterte Löw. Allerdings gab er zu, dass der personelle Schnitt nach dem 2:1 in Tschechien nicht so radikal ausgefallen wäre, wenn Spieler wie Tim Borowski oder Mario Gomez nicht verletzt gewesen wären. „Sie hätten hier gespielt.“

Seite 1:

Experiment ohne Zukunft

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%