Plus sechs Prozent
Moyes-Rauswurf beflügelt ManUnited-Aktie

Kaum trennt sich Manchester United nach einer miserablen Saison von Trainer Moyes, schießt die Klub-Aktie nach oben. Die Wertpapiere sind an den Börsen kräftig im Plus, während der Verein unter einem Schuldenberg ächzt.
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Manchester, DüsseldorfSportlich gesehen läuft es für den englischen Fußball-Rekordmeister Manchester United in dieser Saison so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr : Wegen miserabler Ergebnisse hat der erfolgsverwöhnte Klub unlängst Teammanager David Moyes entlassen – die erste vorzeitige Trennung seit dem Jahr 1986.

Auf wirtschaftlicher Seite wird die Entscheidung zulasten des Ferguson-Nachfolgers allerdings goutiert, die Anteilseigner des börsennotierten Fußballklubs sind offenbar zufrieden. Denn prompt steigt die Aktie des englischen Traditionsklubs um sechs Prozent. Damit liegt der Wert des Papieres an der Börse New York, wo die Aktie 2012 zu einem Ausgabepreis von 14 Dollar platziert wurde, bei 18,68 US-Dollar (13,52 Euro) und erreicht damit den besten Wert seit fast einem Jahr. Die Aktie von Manchester United wird unter der ISIN KYG5784H1065 unter anderem an den Börsen Frankfurt, München, Stuttgart, Berlin-Bremen und New York gehandelt.

Das Debut auf dem Börsenparkett hatte einst enttäuscht. Der englische Rekordmeister musste Anleger mit einem Abschlag vom Kauf seiner Anteile überzeugen. Insgesamt hatte der Klub damals mit 233,2 Millionen Dollar rund 100 Millionen weniger eingenommen als vom damaligen Alleineigentümer – der US-Milliardärsfamilie um Malcom Glazer – erhofft. 20 US-Dollar wollte Glazer für eine Aktie seines Vereins ursprünglich haben.

Die Einnahmen aus dem Börsengang wurden zwischen Glazer und dem Klub aufgeteilt. ManUnited wollte damit einen Teil seines riesigen Schuldenbergs abtragen und neue Spieler kaufen. Das gelang bislang kaum: Der Verein stand 2012 mit rund 680 Millionen Dollar in der Kreide, im Geschäftsjahr 2012/2013 waren es immer noch 602 Millionen Dollar. Auch, wenn zwischenzeitlich Der Hedgefonds von Starinvestor George Soros Anteile des Vereins übernahm.

Der umstrittene Glazer hatte dem einst schuldenfreien 19-fachen englischen Meister mit der Übernahme im Jahr 2005 hohe Verbindlichkeiten aufgebürdet – er will Geld mit dem Verein machen, nicht in ihn investieren. United-Fans werfen den Glazers daher vor, so die Finanzkraft des Klubs zu schwächen. Dass der Moyes-Rauswurf nun die Aktie geflügelt, dürfte Glazer gefallen.

Am Dienstag hatte sich der Renommierclub von Trainer Moyes getrennt. Er war im vergangenen Sommer als Nachfolger von Alex Ferguson angetreten, der nach 27 Jahren sein Amt aufgeben hatte. Moyes hatte einen Sechs-Jahres-Vertrag verhalten – nun wurde der vorzeitig gelöst.

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