Podolski mit Doppelpack
Löw küsst Prinz Poldi wach

Bundestrainer Joachim Löw überraschte im Auftaktspiel gegen Polen mit einer offensiven Aufstellung: Im linken Mittelfeld sollte Lukas Podolski für Akzente sorgen – eine Maßnahme, die voll einschlug. Damit ließ der Bayern-Spieler eine durchwachsene Saison hinter sich. Nur der Gegner hätte ein anderer sein können.

HB DÜSSELDORF. Der Auftaktsieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Polen stand ganz im Zeichen eines Mannes: Lukas Podolski. Einen Vollstrecker von diesem Kaliber hätte wohl auch der polnische Coach Leo Beenhakker gern in seinen Reihen. Dass ausgerechnet der im polnischen Gleiwitz geborene Podolski mit seinem Doppelpack die EM-Premiere der Osteuropäer vermieste, machte die Niederlage nicht unbedingt erträglicher.

Dabei überzeugte Podolski auch in der ungewohnten Rolle im linken Mittelfeld. Während dem Spieler des FC Bayern München im Verein meist nur die Rolle des Reservisten bleibt, bewies der Stürmer im DFB-Dress erneut seinen „Killerinstinkt“. Auch Joachim Löw dürfte ein Stein vom Herzen gefallen sein, dass sich sein Vertrauen in den zuletzt nicht mehr unumstrittenen Jungstar voll ausgezahlt hat.

Unter anderen Umständen hätte die Partie vielleicht anders ausgesehen: „Poldi“, der heute für den DFB aufläuft, hatte auch das Angebot, für das deutsche Nachbarland zu spielen – lehnte aber ab. „Das ist schade, aber er hat sich für Deutschland entschieden. Das muss man akzeptieren“, bemerkte der Wolfsburger Jacek Krzynowek nach dem 0:2 gegen die deutsche Elf am Sonntag.

Die polnischen Medien reagierten, nach der teils überzogenen Vorberichterstattung, eher gemäßigt: „Podolski hat Polen niedergestreckt“, dramatisierte zwar die „Gazeta Wyborcza“, insgesamt kam dem deutschen Stürmer jedoch zugute, dass er bereits im Vorfeld dem polnischen Fernsehen ein Interview gegeben hatte, in dem er auf Polnisch die Verbundenheit mit seinem Geburtsland betonte.

Podolski selbst, der nach dem Spiel seine Familie im gegnerischen Fanblock besuchte, betonte nach dem Abpfiff, wie wichtig es sei, jetzt nicht das Ziel aus den Augen zu verlieren: „Wir haben heute ein gutes Spiel gemacht und das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir dürfen uns aber darauf nicht ausruhen. Das war nur ein erster Schritt. Wir haben jetzt ein paar ruhige Tage. Wir werden jetzt regenerieren und wieder angreifen.“

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