Podolskis Flirt mit Japan

Mannschaftsdiener mit Pferdelunge

Es kommt nicht oft vor, dass Fußballer dem Rat des Handelsblatts folgen. Lukas Podolski entschloss sich nach Appell unseres Japan-Korrespondenten offenbar zum Wechsel. Ihn erwarten ein Traumgehalt und hohe Erwartungen.
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Noch im Dress Galatasaray Istanbuls, bald wird wohl in Japan gejubelt. Quelle: Reuters
Lukas Podolski

Noch im Dress Galatasaray Istanbuls, bald wird wohl in Japan gejubelt.

(Foto: Reuters)

TokioWenn Lukas Podolski im Sommer von Galatasaray Istanbul zum japanischen Verein Vissel Kobe wechselt, wird er auf hohe Erwartungen treffen. Mit Pierre Littbarski und Guido Buchwald haben schon zwei deutsche Altstars in Japan ihren zweiten Frühling gefeiert. Und von Podolski dürften sich seine neuen Fans und sein neuer Arbeitgeber, der Internetmilliardär Hiroshi Mikitani, geradezu Wunder erhoffen. Der 31-jährige soll den bisher mittelmäßigen Klub endlich an die Ligaspitze schießen. 

Dafür greift Mikitani, der Gründer der globalen Online-Shoppingmall Rakuten, voraussichtlich tief in die Tasche. Pro Jahr wird er laut Medienberichten acht Millionen Euro an Podolski überweisen. Für Japans egalitäre Fußballwelt ist das ein Traumgehalt, das sich in Asien bisher nur die neureichen chinesischen Clubs leisten konnten.

Und Podolski ist vielleicht nur der erste in einer neuen Welle gut dotierter Wirtschaftsimmigranten in Japan. Denn nicht nur Mikitani will zu den Chinesen aufschließen, Japans gesamte J-League befindet sich nach Jahren bitterer Pleiten in Aufbruchstimmung. 

DFB-Elf verliert nach Schweini auch Poldi
Lukas Podolski
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Weltmeister Lukas Podolski hat seinen Rücktritt aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft erklärt. „Danke Fans! 129 Spiele, 12 Jahre. Es war gigantisch, es war großartig. Und es war mir eine Ehre!“, schrieb der Offensivspieler im August 2016 bei Twitter.

Erklärung auf Facebook
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"Ich trete kürzer und widme mich mehr anderen Dingen. Am meisten natürlich meiner Familie. Ich bin sicher, dass sie sich nicht beschweren werden, wenn ich künftig mehr Zeit für sie habe. Und darauf freue ich mich sehr." Das erklärte Poldi auf Facebook.

Podolski-Nachricht bei Instagram

Podolski-Nachricht bei Twitter

Podolski-Account auf DFB-Homepage

Schwer gefallen
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Poldi erklärte weiter: "Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen. Die Nationalmannschaft war für mich immer Herzenssache, und das wird sie auch immer bleiben. Ich habe aber nach der Euro/Urlaub gespürt, dass sich mein Fokus verschoben hat. Alles hat seine Zeit - und meine Zeit beim DFB ist vorbei."

Stolz
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"Für mich ist dieser Abschied sehr emotional. Ich bin stolz darauf, was ich mit dem DFB erleben durfte. Nichts kann mir ersetzen, was mir die Zeit mit dem DFB-Team an Freude, Leidenschaft und Zusammenhalt gegeben hat. Vom zweijährigen polnischen Jungen, der quasi nur mit einem Ball unter dem Arm nach Deutschland kam, zum Weltmeister - das ist mehr, als ich mir erträumen konnte."

Weltmeister
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Auch sein Freund Bastian Schweinsteiger war vor kurzem zurückgetreten. Zusammen waren beide 2014 Weltmeister geworden, doch zu ihrem ersten Ruhm gelangten beide bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland: Poldi und Schweini lauten seither ihre Spitznamen.

Bankdrücker
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Podolski spielte in der Nationalmannschaft zuletzt jedoch keine Rolle mehr. Bei der Europameisterschaft in Frankreich kam er nur auf einen Kurzeinsatz. Und auch in den beiden Jahren davor verlief seine DFB-Karriere sehr wechselhaft.

Deutschland gegen Australien
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Das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Australien offenbarte viele Schwächen. Doch es gab auch Lichtblicke: Allen voran der formschwache Lukas Podolski nutzte seine Chance. Ausgerechnet der an Inter Mailand ausgeliehen 29-Jährige rettete den Weltmeister mit einem Abstaubertor vor einer Blamage und avancierte so zum Gewinner des Tests in Kaiserslautern.

Die Kashima Antlers schafften es im Dezember 2016 mit einem Sieg über Atletico Madrid erstmals ins Finale des Mannschafts-World-Cups, wo sie Real Madrid nach viel Gegenwehr mit 4:2 unterlagen- Den Elan will der Verband in die neue Spielzeit retten. Die J-League wolle es dieses Jahr den Vereinen ermöglichen, „in der globalen Fußballszene mithalten zu können“, versprach Liga-Präsident Mitsuru Murai im Januar in seiner Neujahrsbotschaft.  

Die Wiedereroberung der asiatischen Champions League gab er dabei als erstes Etappenziel aus. Der letzte japanische Sieg liegt schon fast neun Jahre zurück. Seither spielen koreanische, chinesische und arabische Clubs den Asienmeister fast ausschließlich unter sich aus. 

Um diese Schmach zu tilgen, hat die Liga große Reformen begonnen. In einem ersten Schritt hat der Verband voriges Jahr erstmals langfristig die Übertragungsrechte von Japans drei Profi-Ligen für fast zwei Milliarden Euro verkauft. Unter anderem soll das Geld den Vereinen dabei helfen, wettbewerbsfähige Gehälter für ausländische Spieler zu bieten. 

Darüber hinaus wurde der Spielmodus für die Saison 2017, die Ende Februar beginnt, wieder an europäische Normen angepasst. Wie in der Bundesliga spielen künftig 18 Vereine an 34 Spieltagen den Meister aus. In den vergangenen Jahren wurde der Sieger in einem komplizierten dreistufigen Modus ermittelt, der mehr Spannung schaffen sollte, aber nicht mehr Fans in die Stadien holte. 

„Wohin willst du auch flanken bei den Zwergen?“
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