Pokalfinal-Debakel für München Borussia ballert sich gegen Bayern zum Double

Borussia Dortmund ist DFB-Pokal-Sieger 2012. In einem hochklassigen Spiel zeigte der neue und alte Deutsche Meister dem FC Bayern klar die Grenzen auf und bewies dabei zeitweise vor allem brutale Effizienz.
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Dortmunder Triumph, Münchener Trauer
Borussia Dortmund players celebrate with trophy after defeating Bayern Munich to win German DFB Cup final soccer match in Berlin
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Da ist das Ding! Dortmunds Kapitän Sebastian Kehl reckt den DFB-Pokal in den Berliner Nachthimmel.

German President Gauck presents trophy to Borussia Dortmund's Kehl after team defeated Bayern Munich to win German DFB Cup final soccer match in Berlin
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Sebastian Kehl nahm das Objekt der Begierde aus den Händen von Joachim Gauck stellvertretend für seine Mannschaft entgegen.

Bayern Munich's Ribery walks past the German DFB Cup (DFB Pokal) trophy after their final soccer match against Borussia Dortmund in Berlin
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So nah und doch so fern. Wie Franck Ribery gingen viele Bayern auf dem Weg zur Verleihung der ungeliebten Silbermedaille ohne einen Blick für den Pokal an der Trophäe vorbei.

DFB-Pokal - Borussia Dortmund - Bayern München
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Darauf hätten Philipp Lahm und Co. wahrscheinlich lieber verzichtet: der Gang zur Siegertribüne vorbei an Spalier stehenden Dortmundern.

DFB-Pokal - Borussia Dortmund - Bayern München
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Erst der zweite Meistertitel in Folge, jetzt auch noch der Erfolg im DFB-Pokal-Finale. Für den BVB ist es das erste Double der Vereinsgeschichte.

Germany Soccer Cup Final
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Bei der Gelegenheit wurde auch gleich noch einmal die Meisterschale aus dem Schrank geholt.

Borussia Dortmund's Weidenfeller holds up the trophy as he celebrates after defeating Bayern Munich to win the German DFB Cup final soccer match in Berlin
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Roman Weidenfeller war wegen seiner Verletzung bereits auf dem Weg ins Krankenhaus, doch für die Siegesfeiern kehrte der angeschlagene wieder ins Stadion zurück.

BerlinVielleicht lag es ja wirklich an Norbert Dickels Schuhen. An den Schlappen, die seit dem Pokalsieh von 1989 im Keller des BvB-Stadionsprechers lagen. Am Tag vor dem Finale hat er sie Jürgen Klopp als Glücksbringer mit auf den Weg gegeben. So fanden die Treter den Weg in die Dortmunder Kabine - und haben die junge Mannschaft zum ersten Double der Vereinsgeschichte geführt.

Borussia Dortmund hat den Traum vom ersten Double der Vereinsgeschichte wahr gemacht und Rekord-Champion Bayern München erneut gedemütigt. Wie im Kampf um die Meisterschaft erwies sich der BVB am Samstag auch im Berliner DFB-Pokalfinale als das bessere Team und gewann durch Tore von Shinji Kagawa (3. Minute), Mats Hummels (41./Foulelfmeter) und Robert Lewandowski (45.+1/58./81.) zum 5:2 (3:1) zum dritten Mal nach 1965 und 1989 den begehrten Pott. Mit dem Torfestival gegen den Rekord-Cupsieger stimmten sich die Westfalen zugleich auf die große Titelparty am Sonntag in Dortmund ein.

Vor 75 708 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion waren die Treffer von Arjen Robben (25./Foulelfmeter) und Franck Ribéry (75.) zu wenig für die in der Abwehr anfälligen Münchner, denen nach der Lektion durch den BVB nun sogar eine titellose Saison droht. Anstatt sich wie erhofft Selbstbewusstsein für das Champions League-Finale gegen den FC Chelsea am kommenden Samstag zu holen, gab es für die Bayern eine der höchsten Niederlagen ihrer Pokal-Historie.

Dortmund entwickelt sich für den FC Bayern immer mehr zu einem Schreckgespenst.  "Was die Mannschaft hier heute gemacht, das ist nicht in Worte zu fassen", sagte ein sichtlich bewegter BvB-Trainer Jürgen Klopp auf der Pressekonferenz und lobte vor allem die Effektivität seiner Mannschaft: "Man könnte meinen: Wir haben vier Jahre nur trainiert, um hier heute jeden Ball reinzuschießen."

Mit dieser Effektivität nutzte der BVB wie schon bei den vier Pflichtspiel-Siegen zuvor seine Chancen eiskalt und deckte die Schwächen in der Münchner Abwehr eine Woche vor deren Saisonhöhepunkt schonungslos auf. Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw agierte auch Nationalkeeper Manuel Neuer nicht fehlerfrei und trug Mitschuld an Lewandowskis drittem Tor.

Eine herausragende Rolle in dem in 150 Länder übertragenen Duell zwischen Meister und Vizemeister spielte der von englischen Clubs umworbene Japaner Kagawa. Unter den Augen von Manchester Uniteds Trainer Sir Alex Ferguson glänzte der 23-Jährige in seinem womöglich letzten Spiel für den BVB aus Torschütze und Vorbereiter. Dagegen konnten Ribéry und Robben dem Spiel der Münchner kaum Impulse geben.

Das hochklassige Gipfeltreffen des deutschen Fußballs begann mit einem Paukenschlag. Nach nicht einmal drei Minuten erlief Jakub Blaszczykowski einen verunglückten Rückpass von Luiz Gustavo und legte den Ball quer auf den mitgelaufenen Kagawa. Der Japaner traf unbedrängt zum 1:0. Bis dahin hatten die Bayern einen guten Eindruck gemacht und kurz vorher selbst einen gefährlichen Angriff gefahren.

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Bayern besser, doch Dortmund macht die Tore
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12 Kommentare zu "Pokalfinal-Debakel für München: Borussia ballert sich gegen Bayern zum Double"

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  • Oelblase

    Du hast ja richtig viel Ahnung vom Fußball. Doll.
    Liest Du ausser der Stadionzeitung vom FC Bayern auch schon mal was anderes? Für nächsten Samstag empfehle ich Dir vorab schon mal die Kirchenzeitung deiner Heimatgemeinde. Da wird dann sicher schon um Fürbitten für die total überstrapazierten Bayernmillionäre gebeten.
    Aber du hast natürlich recht. Die blöden Dortmunder können nur rennen und Tore schiessen; sonst können die nix und die 28 Spiele ohne Niederlage in der BL waren auch nur Zufall.

  • P. Lahm stand wohl unter Drogen - wie kann man eine derart falsche Aussage treffen und ich gehe davon aus das er es auch noch ernst gemeint hat. Haben noch NIE gesehen, daß eine FC Bayern Mannschaft in einem so wichtige Spiel derart vorgeführt wurde! KATASTROPHAL!!!!!!!!

  • Dortmund hat in der Champions League Deutschland extrem blamiert. Danach haben die sich nur noch auf die Liga konzentriert.

    Bayern hingegen musste jede Woche zweimal ran. Da können die den Dortmundern nicht jeden Ball ablaufen. Hätten die Bayern das getan, wäre das wichtigste Klub-Finale aller Zeiten am 19. Mai bereits gestern verloren gewesen.

    Wenn Dortmund Deutschland in der nächsten Champions League Saison wieder so blamiert, dann verliert Deutschland den 4. CL-Platz, den die Bayern vorher erspielt haben.

  • Mario Gomez ist jetzt in dieser Saison zum DRITTEN MALE nur Zweiter - herrlich, Fönfrisur!

  • the same procedure...
    Man kann doch nicht 5 mal mit Standfussball und einer höheren Ballbesitzquote gegen einen Gegner, der läuferisch auf jedem Punkt des Platzes für Überlegenheit sorgt, verlieren. Keine Abstimmung in und zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen, entscheidende Zweikämpfe grundsätzlich verloren, Raumaufteilung mangelhaft und insgesamt kein Rezept gegen quirlig agierende Dortmunder. Das kann passieren, wenn es aber 5 mal in Folge passiert, dann muss man den Trainervergleich bemühen. Klopp schaffte es wieder, seine Mannschaft zu Höchstleistungen anzuspornen und die Schwächen der Bayern schonungslos offenzulegen. Bei den Herrn Bartstuber, Schweinsteiger, Alaba, Boateng und Gustavo hatte man den Eindruck, sie wähnten sich im Regenerationstraining ihrer Kolegen in Sardinien. Vielleicht ist ja auch der Titel der Bayern-Damen genug um den Briefkopf um einen Eintrag zu erweitern, damit ist die Schuldigkeit getan. Aus Bayern-Sicht war das nichts und so muss man sich auch berechtigte Sorgen um das CL-Finale machen, will man nicht den Weg der Leverkusener gehen, die 3 Endspiele in einem Jahr vergeigen konnten. Das ist es, was dem FCB droht.

  • man muss sich als bayer fragen,wie kann eine mannschaft 5mal in reihe verlieren,da stimmt doch mit der mannschaft und trainer was nicht,diese superstars sind nur mit der klappe gut,siehe lahm,herzliche glückwünsche bvb

  • Flexibilität schlägt Statik. 90 Minuten waren die Borussen für Überraschungen gut und spielten die Abwehr samt Torwart schwindlig.Nach der 4.Niederlage habe ich gedacht, die werden ihr Spiel umstellen.Denkste !."Mir san mir" hat jetzt einen neuen Stellenwert.

  • Kapitän Philipp Lahm: „Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft. Auch wenn das schwer zu sagen ist bei 2:5. Wir machen eklatante Fehler, laden den Gegner immer wieder ein.“

    Über 90 Minuten die bessere Mannschaft? Mit diesem Realitätsverlust wird es auch mit der CL nichts

  • Besonders interessant fand ich die Aussage von Herrn Heynckes beim Interview nach dem Spiel, seine Mannschaft hätte zwar verloren, wäre jedoch die dominierende Mannschaft in der ersten Halbzeit gewesen. Entschuldigen sie bitte Herr Heynckes, welches Spiel haben sie gesehen ?

  • Weshalb Effizienz brutal sein soll, das weiß wahrscheinlich nur jemand, der sich selbst nicht als effizient ansieht.
    Ich halte die gestrige "Effizienz" des BVB für Spielintelligenz, die bei keiner anderen deutschen Mannschaft so gespielt wird und wahrscheinlich die Ursache für den besten deutschen Meisters der Bundeskigageschichte ist. Die Tore 1, 3 und 4 des BVB waren geistesgegenwärtig und in beeindruckender "Effizienz" herausgespielt, dass die Bayernabwehr wohl erst nachdem der Ball im Tor war, gemerkt hatte, was gespielt wurde - Fußball in allerhöchster Präzision.

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