Pokalfinale gegen Schalke
Duisburg und die Angst vor Europa

Es wäre der größte Erfolg der Vereinsgeschichte, könnte sich aber auch als Problem herausstellen: Sollte der MSV Duisburg das Pokalfinale gegen Schalke gewinnen, müssen die Verantwortlichen ein hohes Risiko gehen.
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KölnDer vierte Anlauf soll gelingen. Bereits dreimal zog der MSV Duisburg ins Finale des DFB-Pokals ein – und verließ den Platz stets als Verlierer. Am Samstag hat der Klub erneut die Chance, den größten Erfolg in seiner über 100-jährigen Geschichte zu feiern. Im Berliner Olympia-Stadion steht das Ruhrgebietsduell mit dem FC Schalke 04 an. Dabei hat Duisburg als Zweitligist zwar nur Außenseiterchancen. Finanziell aber wird sich die Reise in die Hauptstadt lohnen.

Allein aus TV-Geldern nehmen beide Klubs mindestens sechs Millionen Euro ein – der Sieger erhält einen Aufschlag von 500000 Euro. Hinzu kommen Erlöse aus Eintrittsgeldern. Die Einnahmen werden die wirtschaftliche Bilanz der Duisburger kräftig aufpolieren. „Wir erwarten in dieser Spielzeit einen Überschuss in Millionenhöhe“, sagt Geschäftsführer Roland Kentsch.

Die Momentaufnahme aber täuscht: Der Verein steht unter Druck. Drei Jahre nach dem Abstieg aus der Bundesliga lasten hohe Schulden auf dem MSV. Öffentlich kommuniziert wird die Summe nicht, doch die regionale Presse berichtet über neun Millionen Euro. Die Pokaleinnahmen werden deshalb nicht dabei helfen, bessere Spieler zu verpflichten und das Mittelfeld der zweiten Liga zu verlassen. Statt zu investieren, fährt der MSV einen harten Sparkurs.

„Wir werden mit den Zusatzeinnahmen aus dem DFB-Pokal größtenteils Verbindlichkeiten abbauen“, kündigt Kentsch an. Zwar stockt der Klub den Lizenzspieler-Etat in der kommenden Saison um rund eine Million auf 6,3 Millionen Euro auf. Doch auch damit wird der MSV aller Voraussicht nach nur im unteren Drittel der Etatrangliste der Zweitligavereine landen. Vom Aufstieg kann man da höchstens träumen. „Wir geben keine sportlichen Ziele aus“, sagt Kentsch.

Schwer trägt der MSV an den Altlasten der Ära des Vorstandsvorsitzenden Walter Hellmich. Zwar hatte der Bauunternehmer 2004 das alte Wedau-Stadion in eine moderne Fußballarena umbauen lassen und zweimal gelang während seiner Amtszeit die Rückkehr in die Bundesliga. Doch nicht nur wegen seines patriarchalischen Führungsstils geriet Hellmich in die Kritik. 2008 sicherte er der von seinem Sohn geführten Firma HMM für zehn Jahre die Gesamtvermarktung des MSV zu – Vetternwirtschaft, urteilten Kommentatoren.

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Hellmichs Bilanz ist ernüchternd

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