Pokalfinalsieg gegen BVB
VfL macht auch VW glücklich

Der ewig Unterschätzte adelt sich selbst: Trainer Dieter Hecking gewinnt mit dem VfL Wolfsburg erstmals den DFB-Pokal. Seine Mannschaft wird damit zum neuen Bayern-Jäger Nummer 1. Vom Erfolg profitiert auch VW.
  • 0

BerlinFrüher, es muss vor etwa zehn Jahren gewesen sein, da habe ihr VfL schon mal gegen Aachen und Mainz verloren. „In einer Saison sind wir sogar fast aus der Bundesliga abgestiegen“, ereiferten sich zwei Anhängerinnen des VfL Wolfsburg nach dem DFB-Pokalfinale im Intercity Richtung Heimat. Und lachten.

Einige Jahre später, im Mai 2015, ist der VfL in der Spitze des deutschen Fußballs angekommen – vor allem auch dank der lukrativen Unterstützung des Sponsors VW. Mit einem 3:1 gegen Borussia Dortmund erfüllten Kevin de Bruyne & Co. ihrem Geldgeber sowie den Anhängern des VfL einen lang gehegten Wunsch: einmal den DFB-Pokal gewinnen. Es ist der zweite große Titel des Vereins nach der Meisterschaft 2009.

Der Macher des sportlichen Erfolgs gilt als akribisch, gleichwohl bescheiden. Doch in dieser Samstagnacht durfte auch er ausnahmsweise einmal dick auftragen. Neben dem obligatorischen Siegershirt trug VfL-Trainer Dieter Hecking eine Mütze mit der Aufschrift „King“, zu deutsch: König. Er ist der HecKING.

Eine Bezeichnung, die eigentlich so gar nicht zu dem demütigen und bodenständigen Arbeiter passt, der sich als Trainer über Verl, Lübeck, Aachen, Hannover und Nürnberg nun in die Champions League vorbeigearbeitet hat. Einer Spielklasse, in der weitere Akteure des Kalibers de Bruyne benötigt werden. Wenigstens ein „Kracher“ soll im Sommer kommen. Klaus Allofs uns Dieter Hecking werden jedoch betont sachlich auf die Suche gehen – wohl wissend, dass ihr finanzieller Background besser ist als bei anderen Klubs. 

„Es wissen doch alle in Deutschland, dass wir mit VW einen sehr guten Sponsor und damit Möglichkeiten haben, die andere Vereine vielleicht nicht haben“, sagte Hecking nach dem Spiel, gleichfalls betonend: „Wir müssen trotzdem immer schauen, dass wir Eigengewächse haben. Jungs wie Timm Klose oder Maximilian Arnold haben sehr gute Leistungen angeboten. Wenn du Erfolg haben willst, brauchst du aber auch die de Bruynes, die Schürrles, die Gustavos. Eben gestandene Spieler.“ Und die kosten eben Geld. Zur Not auch mehr als branchenüblich.

Seite 1:

VfL macht auch VW glücklich

Seite 2:

Ein Schnellboot gegen den Tanker VfL

Kommentare zu " Pokalfinalsieg gegen BVB: VfL macht auch VW glücklich"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%