Pokalfinalsieg gegen BVB

VfL macht auch VW glücklich

Der ewig Unterschätzte adelt sich selbst: Trainer Dieter Hecking gewinnt mit dem VfL Wolfsburg erstmals den DFB-Pokal. Seine Mannschaft wird damit zum neuen Bayern-Jäger Nummer 1. Vom Erfolg profitiert auch VW.
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Freude beim Chef: Der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, Martin Winterkorn (r.), auf der Tribüne mit Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (l., SPD). Quelle: dpa
Winterkorn darf stolz sein

Freude beim Chef: Der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, Martin Winterkorn (r.), auf der Tribüne mit Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (l., SPD).

(Foto: dpa)

BerlinFrüher, es muss vor etwa zehn Jahren gewesen sein, da habe ihr VfL schon mal gegen Aachen und Mainz verloren. „In einer Saison sind wir sogar fast aus der Bundesliga abgestiegen“, ereiferten sich zwei Anhängerinnen des VfL Wolfsburg nach dem DFB-Pokalfinale im Intercity Richtung Heimat. Und lachten.

Einige Jahre später, im Mai 2015, ist der VfL in der Spitze des deutschen Fußballs angekommen – vor allem auch dank der lukrativen Unterstützung des Sponsors VW. Mit einem 3:1 gegen Borussia Dortmund erfüllten Kevin de Bruyne & Co. ihrem Geldgeber sowie den Anhängern des VfL einen lang gehegten Wunsch: einmal den DFB-Pokal gewinnen. Es ist der zweite große Titel des Vereins nach der Meisterschaft 2009.

Der Macher des sportlichen Erfolgs gilt als akribisch, gleichwohl bescheiden. Doch in dieser Samstagnacht durfte auch er ausnahmsweise einmal dick auftragen. Neben dem obligatorischen Siegershirt trug VfL-Trainer Dieter Hecking eine Mütze mit der Aufschrift „King“, zu deutsch: König. Er ist der HecKING.

Eine Bezeichnung, die eigentlich so gar nicht zu dem demütigen und bodenständigen Arbeiter passt, der sich als Trainer über Verl, Lübeck, Aachen, Hannover und Nürnberg nun in die Champions League vorbeigearbeitet hat. Einer Spielklasse, in der weitere Akteure des Kalibers de Bruyne benötigt werden. Wenigstens ein „Kracher“ soll im Sommer kommen. Klaus Allofs uns Dieter Hecking werden jedoch betont sachlich auf die Suche gehen – wohl wissend, dass ihr finanzieller Background besser ist als bei anderen Klubs. 

Wie die Wölfe sich den Pokal holten
Showdown in Berlin
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Das Objekt der Begierde: BVB-Coach Jürgen Klopp (l.) und der Trainer des VfL Wolfsburg, Dieter Hecking (M.) beäugen den DFB-Pokal.

Gute Stimmung
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Bei gutem Wetter in Berlin zeigen die Fans Flagge. Der VfL Wolfsburg will eine starke Saison und die Vize-Meisterschaft mit dem ersten Pokalsieg der Vereinsgeschichte vergolden.

Hoffnung auf Widergutmachung
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In der Überzahl aber, wie zu erwarten, die Anhänger von Borussia Dortmund. Nach erfolgsverwöhnten Jahren hat die Borussia keine schöne Saison hinter sich, stürzte zwischenzeitlich bis auf den letzten Tabellnplatz ab und geriet in echte Abstiegsnöte. Am Ende gelang zumindest noch die Qualifikation für die Europa League. Der Pokal könnte da alles schon ganz anders aussehen lassen.

Jürgen Klopp am Scheideweg
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Im Mittelpunkt: BVB-Coach Jürgen Klopp. Nach sieben Jahren als Trainer der Borussia verlässt er den Verein zu Saisonende – nach diesem Finale von Berlin also. Nun träumen die Dortmunder, nach zwei Meisterschaften, Double-Sieg und Champions-League-Finale, von einem letzten Titel zum Abschied.

Hawk-Eyes erster Einsatz
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Auch erstmals dabei: Das Hawk-Eye, die viel diskutierte Torlinien-Technologie, die ab nächster Saison serienmäßig Einzug in die deutschen Bundesliga-Stadien hält. An diesem Abend wird sie allerdings ekine kritischen Momente zu entscheiden haben.

Fackeln für den Sturm
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Zu Spielbeginn wurde es dann erstmal nebelig: Rauchbomben und Pyrofackeln im Dortmunder Block hüllten den Platz in dicke, schwarz-gelbe Rauchschwaden.

1:0 durch Aubameyang
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Doch auch das erste sportliche Highlight lässt nicht lange auf sich warten: Shinji Kagawa mit einer Flanke von rechts. Rodriguez hebt das Abseits auf und Aubameyang spitzelt den Ball an Benaglio vorbei ins Netz. 1:0 für den BVB, ein Traumstart für die Borussia!

„Es wissen doch alle in Deutschland, dass wir mit VW einen sehr guten Sponsor und damit Möglichkeiten haben, die andere Vereine vielleicht nicht haben“, sagte Hecking nach dem Spiel, gleichfalls betonend: „Wir müssen trotzdem immer schauen, dass wir Eigengewächse haben. Jungs wie Timm Klose oder Maximilian Arnold haben sehr gute Leistungen angeboten. Wenn du Erfolg haben willst, brauchst du aber auch die de Bruynes, die Schürrles, die Gustavos. Eben gestandene Spieler.“ Und die kosten eben Geld. Zur Not auch mehr als branchenüblich.

Ein Schnellboot gegen den Tanker VfL
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