Pokalsieg gegen Bayern
Die kleine Dortmunder Wachablösung

Nach dem eindrucksvollen Sieg im Pokalfinale mehren sich die Stimmen, das sei die Wachablösung im deutschen Fußball gewesen. In der Tat ist der BVB derzeit überlegen - aber noch nicht auf dem Niveau der Bayern.
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BerlinIn Berlin ist viel historisch Wertvolles passiert. Fußball gehörte zumindest auf Vereinsebene selten dazu. Gestern hat der BVB in mehrfacher Hinsicht Geschichte geschrieben: Den FC Bayern in fünf Pflichtspielen hintereinander zu besiegen, wird wohl in absehbarer Zeit keiner Mannschaft mehr gelingen. Und dem Rekordmeister und -pokalsieger in einem Finale fünf Gegentore einzuschenken auch nicht.

Immer wieder wurde BVB-Trainer Jürgen Klopp in den vergangenen Wochen gefragt, warum die Borussia den Bayern in dieser Saison so überlegen ist - und das obwohl die Münchener sich anders als in der Vorsaison wahrlich nicht in einer schlechten Phase befinden. So wollten die Journalisten auch gestern auf der Pressekonferenz nach dem Spiel noch mal wissen, was Klopp über den Erfolg seiner jungen Truppe denkt.

Wie üblich kommen da die in der Tat sehr ernst gemeinten Sätze wie: „Was die Mannschaft hier heute gemacht, das ist nicht in Worte zu fassen.“ Doch dann wird Klopp auch schon präzise und trifft den Nagel auf den Kopf bei der Analyse, inwiefern genau seine Mannschaft in den vergangenen Monaten gewachsen ist: „Man könnte meinen: Wir haben vier Jahre nur trainiert, um hier heute jeden Ball reinzuschießen.“

Genau hier liegt der Grund, warum der BVB in dieser Saison mehr Punkte geholt als je eine Mannschaft zuvor und warum der FC Bayern trotz vieler meisterlicher Leistungen keine Chance hatte: Borussia Dortmund verbindet inzwischen Spielfreude mit Effizienz. Die junge Mannschaft holte vor allem in der Rückrunde auch dann drei Punkte, wenn die Leistung nicht optimal war. Sie sind schlichtweg zu dem geworden, was die Bayern jahrelang waren.

Dazu kommt natürlich die mannschaftliche Geschlossenheit, die gerade bei guten Ergebnissen immer höher sein wird als in Star-Konglomeraten wie in München. Außerordentlich betonen sollte man allerdings, dass in Dortmund auch nach dem schwachen Saisonstart und den unterirdischen Ergebnissen in der Champions League stets Ruhe herrschte – zumindest nach außen.

Ganz praktisch auf dem Platz hat der BVB als Team und jeder einzelne Spieler für sich eine ganz wesentliche Qualität gezeigt, die Jürgen Klopp mit folgenden Worten perfekt umschrieb: „Wenn sie den Ball nicht haben, dann verhalten sie sich so, als ob sie nicht kicken könnten.“ Damit meint der Erfolgstrainer die Bereitschaft seiner „Jungs“, jedem verlorenen Ball mit Hochdruck hinterherzujagen.

Auch im Pokalfinale habe seine Mannschaft „jede Kleinigkeit verteidigt“,  außer natürlich bei den beiden Gegentoren. Da habe man auch gesehen, „wie schwer es ist, diese Bayern zu verteidigen“.

Diese Bereitschaft jedes Akteurs, jeden Meter auch in der Defensivbewegung zu machen, in jeder Szene gedankenschnell und rechtzeitig das Richtige zu tun – das haben die Borussen den Münchenern voraus gehabt. Die zeigten diese Fähigkeiten auch, aber auf höchstem Niveau vor allem in der Champions League.

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Kommentare zu " Pokalsieg gegen Bayern: Die kleine Dortmunder Wachablösung"

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  • Die Bayern koennen es einfach nicht lassen und einfach mal nur anerkennen und loben. Hier ist das Mass der Dinge: einfach mal die Klappe halten

  • Ich kann ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen, warum hier einige Kommentatoren auf den Artikelverfasser "einschlagen". Er hat doch vieles positiv über Dortmund geschrieben, lediglich ein einziger nachteiliger Aspekt auf der 2. Seite.
    Ich bin übrigens weder Bayer-Fan noch Dortmund-Fan also insofern wirklich neutral. Deshalb erlaube ich mir hier auch festzustellen: Dortmund war diese Saison national das Maß der Dinge - unbestritten aber internation nicht unglücklich, sondern unfähig - und das ist genauso unbestritten !

  • genau meine Meinung. Aber hierzu muss ich noch mal was sagen. Wer die jetzige CL-Saison verfolgt hat, der stellt folgendes fest: Finale in München. Da lässt es sich der FC Bayern natürlich nicht nehmen, sein Hauptaugenmerk auf diese einzige Chance, nämlich den CL-Titelgewinn im eigenen Stadion, nicht nehmen. Hier die folgenden Vergleiche: Fakt 1: Der FCB schaltet ManCity in der Gruppenphase aus, den aktuellen Meister der PL. Fakt 2: 2 klare Siege gegen OM, im Gegensatz dazu Dortmund, die sich gnadenlos auskontern lassen und beide Spiele verloren hatten. Fakt 3: Bayern siegt etwas glücklich gegen Real Madrid, die gerade mit 100! Punkten meister der spanischen Liga wurden. Die Kräfte hat halt Bayern eher für den CL-Sieg aufgehoben und ich wünsche mir als Bayern-Fan den Sieg gegen Chelsea, die Meisterschale und der Pokal(der bei Bayern kaum Wert hat, außer man gewinnt mal das Triple) können ja auch noch nächste Saison wiederkommen. Der FCB bleibt auch finanziell die Nummer 1, egal wie oft, die FCB-Hasser diesen Club verteufeln, er ist wirtschaftlich únter den Topclubs in Europa zu finden und Europa ist halt doch ein bisserl was anderes als die Bundesliga.

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