Polens Nationalcoach will Aufstellung noch nicht preisgeben
Umstrittener Janas pokert bei der Aufstellung

Polens Nationalcoach Pawel Janas hat vor der richtungsweisenden Partie gegen Deutschland am Mittwoch Veränderungen in der Aufstellung angekündigt. Welche das sein werden, ließ der 53-Jährige jedoch offen.

Der polnische Nationaltrainer will sich vor dem entscheidenden Vorrundenspiel gegen die deutsche Nationalmannschaft nicht in die Karten schauen lassen. "Ich werde sicher einige Veränderungen vornehmen. Welche das sein werden - das bleibt ebenso mein Geheimnis wie die Taktik", so der Coach vor der Partie gegen den Gastgeber am Mittwoch in Dortmund (21.00 Uhr/live in der ARD und bei Premiere). Der 53-Jährige äußerte sich am Montag zum ersten Mal nach der 0:2-Auftaktpleite gegen Ecuador öffentlich und ist in der Heimat auch deshalb ins Kreuzfeuer der Kritik geraten.

Ein Punkt ist Pflicht

So stehen Mannschaft und Coach vor der Partie gegen die DFB-Elf enorm unter Druck. Um noch eine Chance auf den Achtelfinaleinzug zu haben, muss wohl mindestens ein Punkt her. Andernfalls würde die öffentliche Kritik an Janas noch größer und die Ära des Trainers, dessen Vertrag nach der WM-Endrunde ausläuft, wohl bald zu Ende gehen.

"Das ist ein sehr, sehr wichtiges Spiel. Wenn wir nicht wenigstens unentschieden spielen, müssen wir die Koffer packen. Es heißt also: Sein oder Nichtsein. Aber wir haben die Deutschen analysiert. Sie sind im Angriff sehr gut, in der Defensive jedoch vielleicht ein wenig schwächer", sagte Janas, dessen Land in 14 Duellen mit Deutschland noch nie gewann. Borussia Dortmunds Stürmer Ebi Smolarek, der im Westfalenstadion praktisch ein Heimspiel hat, fügte hinzu: "Deutschland ist nicht unschlagbar. Wir werden mehr als hundert Prozent geben. Nur der Sieg zählt."

Presse verhöhnt polnisches Team

Für die polnische Presse sind Janas und sein Aufgebot derzeit nur Prügelknaben. Enttäuscht über den schwachen Turnierstart und erbost über den Rückzug des Trainers aus der Öffentlichkeit schrieb die Boulevardzeitung Fakt in Anspielung auf den freien Tag der Mannschaft am Sonntag: "Die Mädchen von Janas. Jetzt kennen wir das Geheimnis des Teams: Sie sind nach Deutschland gekommen, um zu angeln. Gegen Ecuador haben sie gespielt wie eine Kindermannschaft, jetzt verhalten sie sich wie Teenagerinnen auf einem Schulausflug."

Unbeeindruckt von derartiger Kritik wollte Smolarek auch von Problemen innerhalb des Kaders oder mit Janas nichts wissen. "Es gibt keine Konflikte", sagte der Stürmer, der in einer teaminternen Sitzung ohne Janas am Sonntagabend die Pleite gegen Ecudor gemeinsam mit seinen Mannschaftskameraden analysierte: "Wir sind mit einem guten Gefühl auseinander gegangen."

Vorläufiges Lager in Bochum

Trotz der Unruhe bemühten sich die Polen im WM-Quartier im niedersächsischen Barsinghausen, am Montag konzentriert auf das Spiel gegen die Deutschen vorzubereiten. Nach der Abreise am Dienstag wird der Tross sein Lager vorläufig in Bochum aufschlagen. Welche elf Spieler am Mittwoch in Dortmund auflaufen werden, ist offen.

Möglicherweise werden die Abwehrspieler Mariusz Lewandowski und Bartosz Bosacki sowie Offensivallrounder Ireneusz Jelen im Vergleich zum Spiel gegen Ecuador neu in die Startelf kommen. Auch der zuletzt an einer Wadenverletzung laborierende Mittelfeldspieler Kamil Kosowski, der in der vergangenen Saison vom Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern an den englischen Zweitligisten FC Southampton ausgeliehen war, ist wieder fit und wäre eine Alternative.

© SID

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