Portugal
Figos letzter Auftritt

Mit Spielern wie Christiano Ronaldo und Deco demonstrierte das Team der Portugiesen während der EM 2004 erfolgreich Generationswechsel. Von der alten Garde übrig geblieben ist nur einer: Portugals Fußballheros Luis Figo.

HB LISSABON. "Ich werde eher aufhören, als die Leute denken." Schon bei der Fußball-WM 2002 hegte der Portugiese Luís Figo Rücktrittsgedanken. Nach der Europameisterschaft 2004 erklärte der Kapitän der portugiesischen Nationalelf seine Länderspielkarriere für beendet. Ein Jahr später nahm er seine Entscheidung zurück und feierte sein Comeback. Und nun will es der Weltfußballer des Jahres 2001 bei der WM in Deutschland noch einmal wissen.

Der 33-Jährige ist das letzte Mitglied der "goldenen Generation" des portugiesischen Fußballs, die 1989 und 1991 die U-20-Weltmeisterschaft gewann. Figos alte Mitstreiter wie Fernando Couto oder Manuel Rui Costa haben sich aus der Nationalelf längst verabschiedet. Sie hatten ihre Landsleute bei der WM vor vier Jahren in Japan und Südkorea bitter enttäuscht. Portugal hatte sich als "Geheimfavorit" Titelchancen ausgerechnet, schied aber bereits in der Vorrunde aus.

Überhaupt spielte Portugal international zumeist eine eher bescheidene Rolle. Es nahm bislang nur drei Mal an einer Weltmeisterschaft teil und erzielte sein bestes Ergebnis 1966 in England, als das Team um den legendären Eusebio den dritten Platz erreichte. 1986 in Mexiko war für die Portugiesen wie auch 2002 in der ersten Runde Endstation.

Dabei ist Portugal fußballbegeistert wie kaum ein zweites Land in Europa. Die Interessen der Portugiesen, so sagt man, konzentrieren sich auf die drei großen "F": Fado (Volksmusik), Fátima (Religion) und Fußball. Das Land brachte große Vereinsmannschaften hervor wie Benfica Lissabon oder den FC Porto, die insgesamt vier Mal den Europacup der Landesmeister gewannen. Aber die Nationalelf blieb ohne Titel. Sie stand fast immer im Schatten der rivalisierenden Clubmannschaften.

Nur bei der EM 2004 im eigenen Land war dies anders. Damals löste die "selecção" eine Welle nationaler Euphorie in Portugal aus. Im ganzen Land hingen rotgrüne Landesflaggen in den Fenstern und auf den Balkonen. Die Nationalhymne wurde zum Sommerhit. Der Traum vom Titel endete erst im Endspiel, das die Portugiesen gegen die Griechen mit Trainer Otto Rehagel 0:1 verloren.

Seite 1:

Figos letzter Auftritt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%