Positiv
Doping bei WM kein Thema

Ohne einen Dopingskandal ist die Fußball-WM bislang ausgekommen. Alle 476 bis dato ausgewerteten Dopingproben sind laut Fifa-Chefmediziner Dr. Jiri Dvorak negativ ausgefallen.

Vom Thema Doping ist die Fußball-WM bis jetzt glücklicherweise komplett verschont geblieben. Alle 476 vor und bei der Endrunde bis zum Spiel um Platz drei ausgewerteten Dopingproben sind negativ ausgefallen. Das verkündete Fifa-Chefmediziner Prof. Dr. Jiri Dvorak am Samstag und freute sich zudem über eine deutliche Reduzierung des gefährlichen Spiels und daraus resultierend über den Rückgang der Verletzungen auf 134 in den ersten 60 WM-Partien bis zum Halbfinale.

"Durch die Schiedsrichter-Anweisung, das gefährliche Spiel stärker zu ahnden, ist das Fairplay gestiegen und die Zahl der Verletzungen auf 2,2 pro Partie gesunken", erklärte Dovrak. Vor vier Jahren in Japan und Südkorea lag sie noch bei 2,7.

Besonders stark, nämlich von 25 im Jahr 2002 auf bisher nur elf, seien die Kopfverletzungen zurückgegangen: "Das liegt daran, dass die Schiedsrichter die Rote Karte jetzt schneller zur Hand haben, wenn der Ellbogen eingesetzt wird." Diese Anweisung sei ein Resultat aus den Erkenntnissen der WM vor vier Jahren gewesen, betonte Dvorak.

Bis 2010 kündigte er an, das Problem von Behandlungspausen auf dem Platz, die auf keine Verletzung zurückzuführen sind, in Angriff nehmen zu wollen. 156-mal mussten die Sanitäter bisher mit der Trage aufs Feld kommen, doch in 88 Fällen konnte später keine Verletzung diagnostiziert werden. "Das ist ein Dilemma, mit dem wir uns noch einmal beschäftigen werden." Den Kampf sagte der Mediziner zudem "Kung-Fu"-Einlagen an wie sie im Spiel Niederlande gegen Portugal zu sehen waren.

Verletzungen ohne Fremdeinwirkung

Dvorak und sein Team erhielten von allen Teamärzten nach den Spielen ein medizinisches Bulletin, worin die Verletzungen der Spieler aufgeführt werden. Dieses verglichen sie mit den Videoaufzeichnungen der Spiele. Dabei stellten sie fest, dass rund ein Viertel aller Verletzungen ohne Fremdeinfluss entstanden, etwas weniger als die Hälfte durch Foulspiel und der Rest in regelkonformen Zweikämpfen.

Als weitere Gründe für den Rückgang der Verletzungen nannte Dvorak die Regenerationsphase für die WM-Teilnehmer vom 14. Mai an in Spielen ihrer Klubmannschaften und das verbesserte Training. Zugleich regte er an, zur Reduzierung von Spielunterbrechungen durch Behandlungspausen über den Einsatz von Elektromobilen statt Tragen mit vier Sanitätern nachzudenken. Denn auf diese legen sich die Spieler nur ungern drauf.

In den bisherigen 62 Turnierspielen wurden 248 Dopingproben genommen, hinzu kamen 132 in den Trainingslagern sowie 96 in den Trainingslagern vor der WM. "Das ist die dritte WM in Folge ohne positiven Dopingfall", meinte Dvorak am Samstag erfreut.

© SID

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