Positive Bilanz
Schalke nimmt im Idealfall über 30 Millionen Euro ein

Der FC Schalke 04 hofft auf ein ertragreiches Jahr. Nach zwei wirtschaftlich verlustreichen Jahren hat sich der Verein durch hoche Einnahmen in der Champions League und im Uefa-Cup mehr finanziellen Spielraum geschaffen. Aber der Erfolg führt auch zu Mehrkosten.

HB GELSENKIRCHEN. „Ich bin nicht unzufrieden, eigentlich sogar sehr zufrieden“, sagte Schalkes Finanzchef Josef Schnusenberg und zog ein vorläufiges Fazit dieser Europapokal-Saison. Nach Angaben des 65 Jahre alten Diplom-Finanzwirtes flossen allein durch die Champions-League-Vorrunde rund 18,5 Millionen Euro in die Kasse des Revier-Clubs. Im Idealfall könnten noch 15 Millionen durch den Uefa-Cup hinzukommen, so dass sich die Gesamt-Einnahmen auf mehr als 33 Millionen Euro summieren würden.

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) zahlte für die Teilnahme an der „Königsklasse“ bereits 3,5 Millionen Euro Startgeld sowie einen ersten Anteil aus dem deutschen Marktpool (4,8 Millionen Euro). Hinzu kamen Erfolgsprämien für zwei Siege (646 000 Euro) und zwei Remis (322 000 Euro) sowie Zuschauer-Einnahmen aus den drei Heimspielen der Gruppenphase. Ein Nachschlag aus dem Marktpool fällt ungefähr um zwei Millionen Euro höher aus als kalkuliert, weil Schalke vom früheren Ausscheiden der übrigen deutschen Europapokal-Teilnehmer profitiert.

Auch die Wertigkeit des Uefa-Cup-Wettbewerbs sei „nicht so schlecht“, meinte Schnusenberg, der pro Runde im Schnitt 2,5 bis 3,0 Millionen Euro an Einnahme veranschlagt. Darin enthalten sind im wesentlichen die Gelder aus dem mit dem ZDF geschlossenen TV-Vertrag – die Mainzer besitzen die exklusiven Übertragungsrechte für Schalkes Uefa-Cup-Heimspiele – sowie Einnahmen aus Vermarktung und Ticketing.

Besonders zufrieden ist Schalkes Vizepräsident mit der Entwicklung des Merchandisings, wo im Vorjahr rund 10 Millionen Euro Umsatz erzielt wurden. Der Überschuss aus diesem Bereich betrug rund vier Millionen Euro. Vor allem aber durch die Teilnahme an der Champions League sowie durch die Vermietung der Arena-Namensrechte schrieb der Verein 2005 erstmals seit zwei Jahren wieder schwarze Zahlen.

Der Umsatz stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr auf die Rekordmarke von 132 Millionen Euro (2004: 95,2 Millionen Euro), das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug 4,1 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 1,4 Millionen Euro übrig. „Beim Umsatz haben wir eine Duftmarke gesetzt“, erläuterte Schnusenberg, der 2006 einen Umsatz von 110 Millionen Euro für realistisch hält. „Wenn wir wieder mit dem gleichen Ergebnis abschneiden, wäre das sensationell.“

Voraussetzung für eine ähnliche Bilanz sei abermals die Teilnahme am Europapokal, am besten an der Champions League. „Zwar würden wir auch so keinen Schiffbruch erleiden, aber es wäre sehr ärgerlich“, betonte Schnusenberg. Dann müsste irgendwo gespart werden. „Daraus mache ich keinen Hehl. Und sparen können wir nur im Profibereich.“

Für die Spielergehälter musste Schalke im Vorjahr wegen der Erfolgsprämien rund 5 bis 6 Millionen Euro mehr als die eingeplanten und auch für 2006 kalkulierten 38,5 Millionen ausgeben. Schnusenbergs Ziel ist es, das erreichte Niveau in den kommenden Jahren zu halten oder hier und da noch etwas zuzulegen. „Ich bin zwar zufrieden. Aber das ist kein Grund, sich in die Ecke zu legen. Es gibt jeden Tag neue Herausforderungen und die Motivation, es noch besser zu machen.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%