Positives Fazit
Keine Probleme an Land und in der Luft

ADAC, Bahn und Fluggesellschaften haben ein positives Fazit der WM gezogen. Mit 600 000 zusätzlichen Kunden pro Spieltag darf sich besonders die Bahn als Gewinner fühlen.

Ob auf der Straße, auf der Schiene oder in der Luft: Zufriedenheit herrscht allenthalben in den ersten Bilanzen zur Verkehrssituation während der zurückliegenden Fußball-WM. Vor allem die Deutsche Bahn AG kann sich als Gewinner fühlen. 15 Mill. zusätzliche Fahrgäste hat der Konzern nach eigenen Abgaben verzeichnet, deutlich mehr, als vorher angenommen. Umgerechnet sind das 600 000 zusätzliche Kunden pro Spieltag oder ein Plus von zwölf Prozent. "Wir ziehen eine rundum positive Bilanz der zurückliegenden Wochen", sagt Bahn-Chef Hartmut Mehdorn.

Mit der hohen Auslastung der Schiene, auf der allein im Nahverkehr rund 10 000 zusätzliche DB-Züge eingesetzt wurden, korrespondiert auch die positive Bilanz des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (Adac). "Das Chaos ist landesweit ausgeblieben. Abgesehen von einigen Rückstaus vor den Stadien gab es keine nenneswerten Behinderungen auf den Autobahnen. Die WM ist aus unserer Sicht sehr gut gelaufen", sagt Adac-Sprecher Otto Saalmann.

"Fans waren sehr diszipliniert"

Seinen Angabe zufolge sind auch alkoholbedingte Unfälle rund um die Stadien weitgehend ausgeblieben, "die Fans waren sehr diszipliniert. Viele sind auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen". Saalmann führt die entspannte Lage zudem auf die gute Vorbereitung der Städte sowie auf die umfassenden Informationen im Vorfeld der WM zurück.

Positive Bilanzen auch auf den großen Flughäfen in Deutschland und bei der Lufthansa, die unter anderem sämtliche 32 Nationalmannschaften auf mehr als 300 Sonderflügen transportierte. "Nach ersten Schätzungen gehen wir davon aus, dass wir insgesamt mehr als 200 000 zusätzliche Fluggäste hatten. Das ist weit über unseren Erwartungen. Die Auslastung auf vielen Strecken lag bei 100 Prozent", sagt Unternehmens-Sprecher Thomas Jachnow.

Bilder von der Feier auf der Berliner Fanmeile

Nicht nur die kontinentalen Flüge waren häufig ausgebucht, auch interkontinentale Linien und Sondermaschinen vor allem nach Brasilien, Argentinien, Mexiko sowie nach Asien hätten hohe Passagierzahlen erzielt. Im für Montag eingerichteter Sonderflug von Berlin-Schönefeld nach Sao Paulo in Brasilien in der größten Maschine, der Boeing 747, sind alle 390 Plätze ausgebucht, obwohl der Rekordweltmeister bereits im Viertelfinale ausgeschieden ist.

Viel Arbeit am Frankfurter Flughafen

Dass durchaus noch deutlich mehr Starts und Landungen möglich gewesen wären, verdeutlichen die Zahlen des größten deutschen Drehkreuzes. In Frankfurt/Main überstiegen die Anfragen für Start- und Landeerlaubnisse die Kapazitäten deutlich. Entsprochen werden konnte nur knapp der Hälfte der 560 zusätzlichen Anfragen. Dennoch zählte der Frankfurter Flughafen nach ersten Angaben 180 000 Passagiere mehr als im Vergleichzeitraum des Vorjahres. 23 000 Gäste wurden auf dem provisorischen WM-Terminal begrüßt oder abgefertigt.

In den Spielorten machte sich der WM-Verkehr vor allem auf den S-, U-, Bus- und Straßenbahnlinien bemerkbar. Allein in der Berliner S-Bahn waren im Verlauf des Turniers rund sieben Mill. WM-Reisende unterwegs. Rund 1,7 Millionen Menschen fuhren in München mit der U-Bahn zum Stadion oder Fan-Fest im Olympiapark.

Ein Beispiel für die rekordverdächtigen Zahlen: Beim Achtelfinale zwischen Deutschland und Schweden (2:0) in der bayerischen Landeshauptstadt am 24. Juni wurden 120 000 Fahrgäste in knapp zwei Stunden aus Arena und Olympiapark in die Innenstadt gebracht. Das entspricht der kompletten Bevölkerung von Ingolstadt oder Heilbronn. Nur durch zusätzliche Fahrzeuge konnte dieser Ansturm bewältigt werden. Oder wie es Bahn Mehdorn-Chef für sein Unternehmen ausdrückte: "Wir haben alles aus der Garage geholt, was Räder hat."

© SID

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